Siri Matthey, freie Grafikerin und Illustratorin

frau SiRi

Präkolumbianische Symbolik &
Wahrzeichen aus Siegen-Wittgenstein

Mal naive Strichzeichnungen in Schwarz-Weiß, mal farbenfrohe Skizzen mit zahlreichen Details – der Stil von Siri Matthey alias Frau SiRi punktet mit Kontrasten. Im Interview verrät die 30-Jährige, warum sie sich für das Kommunikationsdesign-Studium entschied, wann sie besonders kreativ ist und welche Lebensphase sie zu ihrem ersten Buch inspirierte. Für das Cover unserer Sommerausgabe setzte die gebürtige Siegenerin Siri Matthey – Grafikerin und Illustratorin – ausgewählte Wahrzeichen der Region kreativ in Szene.

Siri, wann und warum fiel deine Entscheidung für das Kommunikationsdesign?

Die Entscheidung etwas in Richtung Kunst zu studieren fiel eigentlich während meines einjährigen Schüleraustauschs in Argentinien. Meine Gastmutter sah mich immerzu zeichnen und riet mir, mein Talent zu nutzen und zum Beruf zu machen. Ihre Lebensweisheit für mich war: „Wenn du jeden Tag das tust was du magst, dann kommt es dir nicht wie Arbeit vor, und es macht dich glücklich und zufrieden.“ Und genau so ist es auch gekommen. Meine Arbeit ist meine Leidenschaft und ich würde mit niemandem tauschen wollen.

Wie ging es akademisch nach dem Bachelor für dich weiter? Warum Diplom und Master?

Nach dem Bachelor in Mainz habe ich zweimal beim ZEITmagazin hospitiert. Da mir das Studium sehr viel Spaß gemacht hatte und ich mich noch weiterhin ausprobieren wollte, habe ich in Darmstadt noch einmal auf Diplom studiert. Der Diplomstudiengang ist viel freier konzipiert. So konnte ich noch einmal alle Werkstätten und Möglichkeiten nutzen, um mich frei zu entfalten und meine Schwerpunkte zu finden: Editorial Design und Illustration. Das anschließende Masterstudium ergab sich eher zufällig.

Welche Stationen haben dich und deinen Stil am nachhaltigsten geprägt?

Meine Erfahrungen im Ausland sind für mich die wichtigsten, denn sie haben mich alle auf unterschiedliche Weise geprägt. Argentinien durch die andere Kultur, Lebensweise, Mentalität und die präkolumbianisch geprägte Kunstrichtung. England durch das wirklich gute und abwechslungsreiche Studium, das ich dort genießen durfte und Spanien durch die Möglichkeit und Förderung sich während des Studiums in Werkstätten der Universität frei zu bewegen, viel handwerklich arbeiten und sich entfalten zu können. Mein Motto: Wer reist, sieht viel und wer viel unterwegs ist, lernt viele interessante Menschen kennen. Diese Begegnungen mit Natur und Menschen inspirieren.

Du arbeitest freiberuflich als Grafikerin und Illustratorin. Wie genau läuft die Bearbeitung eines Auftrags ab? Wie viel Zeit planst du ein? Inwieweit lässt sich Kreativität überhaupt zeitlich planen?

Das lässt sich so pauschal nicht sagen, da jeder Auftrag anders abläuft. Fest steht, dass man an manchen Tagen kreativer und an anderen schwerfälliger arbeitet. Aber da kommt einem die Selbstständigkeit zugute. Wenn die Deadline einen nicht stresst, kann man getrost auch mal einen Tag „Pause machen“ und nur über das Projekt und Möglichkeiten der Umsetzung nachdenken. Am nächsten Tag fällt dann das Durchstarten häufig viel leichter.

Zu welcher Tageszeit bist du am kreativsten?

Morgens und abends.

Was macht eine gute Illustration aus?

Eine Botschaft leicht erkennbar visuell zu übermitteln.

2017 erschien dein erstes Buch. Wie entstand die Idee?

Während meines Studiums in Darmstadt und dem Wohnsitz in Mainz, arbeitete ich sowohl als Layouterin für ein Wirtschaftsmagazin in Hamburg als auch beim ZEITmagazin in Berlin. Dementsprechend häufig war ich unterwegs. Das Pendeln zwischen den Städten wurde zum Thema meiner Abschlussarbeit. Unter dem Titel „Bis nächste Woche dann… Unterwegs zuhause – Ein Buch über das Pendeln“ entstand ein illustriertes Tagebuch über das Unterwegssein, das im Anschluss im Hermann Schmidt Verlag veröffentlicht wurde.

2017 erschien dein erstes Buch. Wie entstand die Idee?

Während meines Studiums in Darmstadt und dem Wohnsitz in Mainz, arbeitete ich sowohl als Layouterin für ein Wirtschaftsmagazin in Hamburg als auch beim ZEITmagazin in Berlin. Dementsprechend häufig war ich unterwegs. Das Pendeln zwischen den Städten wurde zum Thema meiner Abschlussarbeit. Unter dem Titel „Bis nächste Woche dann… Unterwegs zuhause – Ein Buch über das Pendeln“ entstand ein illustriertes Tagebuch über das Unterwegssein, das im Anschluss im Hermann Schmidt Verlag veröffentlicht wurde.

Du hast eine Reihe von Postkarten mit charakteristischen Motiven aus Siegen-Wittgenstein illustriert. Wo liegen deiner Meinung nach die Stärken der Region? Mit welchen Emotionen verbindest du sie?

Die Idee stammt von meiner Mutter. Sie ist seit fast 30 Jahren als ehrenamtliche Stadtführerin in Siegen unterwegs und fand es schade, dass es keine schön gestalteten Postkarten für die Region gab, obwohl die doch so viel zu bieten hat. Beim Auswählen und Illustrieren der Motive war der Abstand zu meiner Heimatstadt definitiv hilfreich. Denn der Blick für die Schönheit schärft sich meist erst beim Zurückkehren. Die Wälder der Region und die Siegener Altstadt bedeuten für mich einfach Heimat.


Interview erschienen in der Top Sommerausgabe 2020

0176 21839053
info@sirimatthey.com

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