Anzeige / Text: Melanie Heider, Foto (Team außen): Sina Fröhlich

v.l.: Gesine Bald (Oberärztin), Florian Lemmer (ZPA-Leitung), Gitte Henrich (Leitung Krankenhaushygiene) und Paul Fiedler (Leitender Oberarzt) 

Gemeinsam gegen COVID-19

Kreisklinikum Siegen: Corona-Kompetenzzentrum für die Region 

Als einziges Krankenhaus im Kreisgebiet mit ausgewiesener Isolierstation sowie einer spezialisierten Intensivtherapie nimmt das Kreisklinikum im Kampf gegen Corona eine Sonderstellung in der Region ein. Seit Beginn der Pandemie wurden hier über 80 COVID-19-Patienten stationär behandelt. Eine verantwortungsvolle interdisziplinäre Aufgabe, die den Zusammenhalt im Team enorm stärkt. Um die medizinische Versorgung auf höchstem Niveau weiterhin sicherzustellen, ist auch die Unterstützung der Region gefragt. 

Tag und Nacht sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreisklinikums Siegen unermüdlich für die Gesundheit der Menschen in der Region im Einsatz. „Beim Kampf gegen Corona bündeln wir all unsere langjährige Kompetenz und unsere ganz persönliche Entschlossenheit“, bekräftigt Paul Fiedler, Leitender Oberarzt und Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie. Aus der Region gab es bereits Hygiene- und Schutzmittelspenden sowie Schokolade als Nervennahrung. „Jeder einzelne Mitarbeiter – von der Hygienefachkraft über den Hausmeister bis zum pflegerischen und ärztlichen Personal – trägt durch sein Engagement dazu bei, diese besondere Situation zu meistern.“ 

Starkes hochspezialisiertes Team 

In den vergangenen Monaten hat das Team viele neue Erfahrungen im täglichen Umgang mit dem Virus gesammelt und ist sicherer und routinierter geworden. Innerbetrieblich steht den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jederzeit eine psychologische Betreuung sowie die Krankenhausseelsorge zur Seite. „Wir wissen heute, wie das Virus übertragen wird und dass es bei einer COVID-19-Erkrankung weder ein klares Krankheitsbild noch eine standardisierte Therapie gibt“, erläutert Oberärztin Gesine Bald. „Da bei schweren Verläufen neben der Lunge noch weitere Organe wie die Nieren, die Leber, das Herz und das Gehirn betroffen sind, stellte sich von Anfang an ein multiprofessionelles Team aus Pneumologen, Internisten, Intensivmedizinern und Neurologen dem zunächst unbekannten Feind entgegen. Genau das hat uns noch stärker zusammenwachsen lassen“, ergänzt Dr. Anja Frevel, Oberärztin der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin, Schmerztherapie, Notfallmedizin und Leiterin der interdisziplinären Intensivstation. 

Immer bereit für den Bedarfsfall 

Ende Januar 2020 wurde der erste Verdachtsfall im Kreisklinikum Siegen untersucht. Den ersten positiv auf das Coronavirus getesteten Befund gab es zu einer Zeit, in der bereits ein passgenaues Personalkonzept aufgestellt war, sensible Stationen personell aufgerüstet, die Intensivbetten- und Beatmungskapazitäten ausgebaut und alle erforderlichen Schutzmaßnahmen im öffentlichen Bereich umgesetzt waren. Vor allem von den Teams der Isolier- und Intensivstation waren hier viel Flexibilität und Einsatzbereitschaft gefordert. 

Vorne rechts: Dr. Anja Frevel (Oberärztin) und
Prof. Dr. Zoremba (Chefarzt) mit dem Team der Intensivstation 

Seit Ausbruch der Pandemie wurden mehr als 80 regionale und überregionale COVID-19-Fälle im Kreisklinikum Siegen stationär behandelt, 18 von ihnen mussten intensivpflichtig beatmet werden. In Spitzenzeiten lag die Anzahl bei durchschnittlich 12 bis 15 Patienten pro Tag. Somit hat das Kreisklinikum sowohl im regionalen als auch überregionalen Vergleich eine hohe Anzahl an Patienten mit dem Coronavirus behandelt und konnte dadurch eine entsprechende Expertise aufbauen. Insgesamt drei Isolationsstationen waren in diesem Zeitraum dauerhaft belegt, um bestätigte Fälle, Verdachtsfälle und Kontaktpersonen voneinander zu trennen. „20 Intensivbetten mit modernster medizinischer Ausstattung stehen für eine differenzierte Beatmungs- und Intensivtherapie jederzeit bereit. Im Bedarfsfall kann auf 42 Intensivbetten, von denen 30 mit einem Beatmungsgerät ausgestattet sind, aufgestockt werden“, so Dr. Anja Frevel. 

Schon seit Februar tagt zudem regelmäßig ein Krisenstab, bestehend aus Betriebsleitung sowie Vertretern aus dem ärztlichen Bereich, der Pflege, der Hygiene, der Verwaltung und dem Betriebsrat, um die sich schnell verändernde Situation jederzeit im Blick zu haben. Oberste Priorität: die bestmögliche medizinische Versorgung und die Vermeidung einer Verbreitung innerhalb des Hauses. Insbesondere der enge Austausch und die überdurchschnittlich gute Zusammenarbeit mit dem örtlichen Gesundheitsamt und dem Kreis tragen dazu bei, wichtige Entscheidungen zum Schutze der Patienten und Mitarbeiter schnell umzusetzen. 

Schon seit Februar tagt zudem regelmäßig ein Krisenstab, bestehend aus Betriebsleitung sowie Vertretern aus dem ärztlichen Bereich, der Pflege, der Hygiene, der Verwaltung und dem Betriebsrat, um die sich schnell verändernde Situation jederzeit im Blick zu haben. Oberste Priorität: die bestmögliche medizinische Versorgung und die Vermeidung einer Verbreitung innerhalb des Hauses. Insbesondere der enge Austausch und die überdurchschnittlich gute Zusammenarbeit mit dem örtlichen Gesundheitsamt und dem Kreis tragen dazu bei, wichtige Entscheidungen zum Schutze der Patienten und Mitarbeiter schnell umzusetzen. 

Klinik-Kompetenz in der Krise 

Maßgeblich mit an den frühen Weichenstellungen beteiligt war der neue Kreisklinikum-Geschäftsführer Ingo Fölsing. Anfang des Jahres – als noch niemand etwas von einem SARS-CoV-2 Ausbruch ahnte – wechselte er vom Marienkrankenhaus in Soest an das Kreisklinikum Siegen, um einen nahtlosen Übergang an der Spitze zu gewährleisten, bevor Bertram Müller Ende September in den Ruhestand verabschiedet wurde. Der Vorteil: Ingo Fölsing hatte zuvor am Uniklinikum Frankfurt mit SARS-CoV-1 zu tun und wusste, was auf die Region zukommen kann. 

Innerhalb weniger Tage wurde das gesamte Personal im Umgang mit dem neuartigen Coronavirus geschult, sämtliche baulichen und hygienetechnischen Maßnahmen für eine Minimierung des Ausbreitungsrisikos vorgenommen und die Zentrale Patientenaufnahme (ZPA) umstrukturiert. „Um den Mindestabstand zu gewährleisten, haben wir den ambulanten Wartebereich umgestaltet“, erklärt ZPA-Leiter Florian Lemmer. „In der Notaufnahme selbst wurde ein eigener COVID-Behandlungsflur eingerichtet.“ In fünf Behandlungsräumen, die nur in spezieller Einmal-Schutzkleidung betreten werden, erfolgt die Erstversorgung inklusive Diagnostik. Notfallpatienten mit Verdacht auf das Coronavirus gelangen über die Liegendanfahrt oder das Hubschrauberlandedeck in die Corona-Schleuse. 

Ein Teil des Teams der Isoliertstation (Station 01)

Bestmögliche Sicherheit durch Tests 

Bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt – im Mai 2020 – führte das Kreisklinikum die systematische Testung aller stationären und neu aufgenommenen Patienten sowie der Teams der Intensivstation und des Personals auf den Isolierstationen durch, um Infektionen mit dem Coronavirus zu identifizieren und Betroffene entsprechend schnell zu isolieren. „Unsere Hygiene-Regeln und Testungen lagen von Anfang an über den Maximalanforderungen des Robert-Koch-Instituts“, sagt Gitte Henrich, Leiterin der Krankenhaushygiene. Dass das Konzept und die Schutzmaßnahmen optimal gegriffen haben, zeigte u.a. eine Testung des gesamten Teams der Intensivstation auf COVID-19, bei der alle Testergebnisse negativ ausfielen. „Durch das 100-Prozent-Screening der Patienten haben wir das Kreisklinikum Siegen zu einem der sichersten Orte vor Corona gemacht“, freut sich Paul Fiedler. „Denn unser wichtigstes Anliegen ist, dass alle Menschen, die einer klinischen Versorgung bedürfen, auch zu uns kommen und in dieser Hinsicht nicht zögern.“ 

Gemeinsam für und mit der Region 

Jährlich werden etwa 24.000 Patienten stationär und rund 50.000 Patienten ambulant versorgt. Träger des Unternehmens ist der Kreis Siegen-Wittgenstein. Aktuell läuft das Kreisklinikum im Normalbetrieb – dennoch bleibt der Krisenstab für die Ausnahmesituation in Alarmbereitschaft. „Wir halten ausreichend Isolierzimmer mit Einzelbelüftung und Intensivkapazitäten mit Beatmungsplätzen für den Bedarfsfall frei“, bestätigt Dr. Frevel. Sollte die Zahl an infizierten Personen wieder deutlich steigen, ist das Corona-Kompetenzzentrum innerhalb kürzester Zeit in der Lage, den gesamten Krankenhausbetrieb mit seinem hoch motivierten und hochspezialisierten Team wieder darauf einzustellen. 

Jede personelle und räumliche Ressource wird dann jedoch für die Ernstfälle benötigt. Gerade in der bevorstehenden Erkältungszeit appellieren die Ärzte daher an die Bevölkerung, weiterhin Rücksicht aufeinander zu nehmen und eine Corona-Testung bei Husten und Schnupfen vom Hausarzt vornehmen zu lassen. „Wir können diese herausfordernde Zeit nur gemeinsam bestehen“, mahnt Prof. Dr. med. Martin Grond, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Neurologie des Kreisklinikums Siegen. „Um an der Front weiterhin erfolgreich gegen Corona zu kämpfen, brauchen wir die Rückendeckung der Region.“ 


Telefon 0271 705-0
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