Anzeige / Text: Melanie Heider

The Coatinc Company: innovative Legierungen sowie intelligente Logistik- und Transportlösungen
© Janosch Fotografie – Janosch Gruschazyk – www.janosch-fotografie.de

Wahre Werte seit 1502

The Coatinc Company: Ältestes Familienunternehmen Deutschlands

Wachstum und Kontinuität im Wandel, Beständigkeit bei Werten und Werkstoff: Die Wurzeln der Siegener „The Coatinc Company“ reichen zurück bis ins Jahr 1502 zu Stahlschmiedemeister Heylmann Dresseler. 2019 wurde der Spezialist für Fertigteilverzinkung und Oberflächenveredelung als ältestes Familienunternehmen Deutschlands offiziell bestätigt. Paul Niederstein, Geschäftsführender Gesellschafter, führt die Tradition der heute international tätigen Holding GmbH in 17. Generation fort. Fest verankert: Das Bewusstsein für den nachhaltigen Werkstoff und beständige Werte.

Es ist eine der faszinierendsten Firmen- und Familiengeschichten Deutschlands: Seit 1502 dem Werkstoff Stahl und dem Siegerland verbunden, leistet die The Coatinc Company mit Stammsitz in der Region und weiteren Produktionsstandorten in Europa und Mexiko noch heute einen entscheidenden Beitrag, um die Stahlprodukte ihrer rund 13.000 Kunden weltweit mit Feuerverzinkung und Oberflächenveredelung dauerhaft vor Witterung und damit vor Korrosion zu schützen.

Maximale Langlebigkeit

Jährlich verzinkt und veredelt die Unternehmensgruppe mit 22 Tochtergesellschaften und elf Beteiligungen 450.000 Tonnen Stahl – vom 30 Meter langen massiven Träger für Parkhäuser, Konstruktionen für Skihallen bis hin zu filigranen Bauteilen für die Automobilbranche sowie Gewindeverankerungen der Zugspitzbahn in knapp 3.000 Metern Höhe. Ein Drei- bzw. Zwei-Schicht-Betrieb in den Werken sowie ein eigener Fuhrpark an jedem Standort sorgen für Flexibilität und Zeitersparnisse. Der 24-Stunden-Service des Unternehmens ermöglicht zudem extrem kurze Lieferzeiten – selbst bei großen Projekten.

„Wir begreifen unsere Arbeit als wichtigen Bestandteil zum Werterhalt“, sagt Paul Niederstein, Geschäftsführender Gesellschafter. „Dank uns bekommen die Werkstücke unserer Kunden einen langlebigen, wartungsfreien Schutz, den sie benötigen, um ohne Qualitätsverlust dem Menschen zum Ziel zu dienen.“ Zum Hauptkundengeschäft zählen Metallbauer, Schlosser und Schmieden ebenso der Stahlbau und der Stahlhandel, Serienprodukte, die Energiebranche und die Automobilindustrie.

Zusätzlich zur Feuerverzinkung bei 450 °C hat sich das Unternehmen mit einer selbst entwickelten, induktiv beheizten Hochtemperaturverzinkunganlage (560 bis 620 °C) und dem mit 19,5 Metern längsten Verzinkungskessel Deutschlands ein Alleinstellungsmerkmal innerhalb Europas gesichert. Weitere angewendete Verfahren sind Pulver- und Nassbeschichtungen sowie Duplex (Verzinkung plus Pulver- oder Nassbeschichtung), die Anodisierung für Aluminium, die Passivierung (Ganzerhalt der Feuerverzinkung) und die Schleuderverzinkung.

Komplettlösungen für Kunden

Neben der hochqualitativen Fertigteilverzinkung und -veredelung legt The Coatinc Company einen weiteren Fokus auf Service, Effizienz und Kundenorientierung im Arbeitsalltag. Das Full-Service-Leistungsspektrum reicht dabei von der technischen Beratung über die professionelle Anarbeitung, flexible Hol- und Bringservices, die Lagerung, termingerechte Verpackung bis hin zu individuellen Transportlösungen über das eigene Logistikzentrum. Eine kürzlich eigenentwickelte digitale Lieferschein-App mit intelligenter Vermessungstechnologie für Bauteile vereinfacht sämtliche Prozesse zusätzlich – von der Auftragserfassung bis zum Versand.

Qualität und Nachhaltigkeit

Ob bei Brücken, Industrieanlagen, Fassadenelementen, Verbindungstechnik oder Leitplanken: Das Stückverzinken hat sich als beste, robusteste und umweltschonendste Form des Korrosionsschutzes herausgestellt. „Zink ist nahezu unzerstörbar und einzigartig in seiner Schutzdauer. Dazu ist es abfall- und mikroplastikfrei und kann beliebig oft ohne jeglichen Eigenschaftsverlust recycelt werden“, führt Niederstein aus. Der durch die Verzinkungs- und Veredelungsverfahren verlängerte Lebenszyklus der Stahl- und Metallprodukte verbessert zudem die Ökobilanz deutlich und spart weitere Ressourcen, Energie und CO2 ein. Nebenprodukte aus den Tauchkesseln werden kreislaufwirtschaftlich verwendet u.a. für die Herstellung von Zinkpräparaten. „Wir brauchen kein Greenwashing. Unser Produkt steht für Nachhaltigkeit – unsere Verfahrenstechnik für Wertbestand.“

Bergbahnstation aus Glas und Metall zwuischen schneebedeckten Felsen
Zugspitzbahn-Projekt 2019 der Coatinc PreGa in Kreuztal
© Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG

Fokus auf Veredelungskompetenz

Eisen, Metall und Stahl zählten schon immer zum geschäftlichen Portfolio der Familie – das Produkt Zink seit 135 Jahren. Über die Jahrzehnte in unterschiedlichen Unternehmensformen organisiert, zählten u.a. das Kreuztaler Walz- und Drahtwerk sowie die Stahlwerke Südwestfalen zu den Vorgängerfirmen. Die Übernahme einer Verzinkerei in Geisweid im Jahr 1885 galt schließlich als Geburtsstunde der Siegener Aktiengesellschaft (SAG), dem damals mit Hütten- und Walzwerken größten Arbeitgeber im Siegerland.

Nachdem sich Ende der 1970er-Jahre fast alle Familiengesellschafter entschieden hatten, ihre Anteile an den Dortmunder Stahlkonzern Hoesch zu verkaufen, schaltete sich das Bundeskartellamt ein. Für die Genehmigung zur Übernahme wurde der Verkauf von mindestens einer der fünf Fertigteilverzinkereien der SAG gefordert. In diesem Zuge gelang es Klaus Niederstein und seinem Vater Werner Niederstein, die Verzinkerei Becker – seit 1964 zur SAG gehörend – zu erwerben.

1980 gehörte ihnen das Unternehmen zu 100 Prozent, 1992 erfolgte der Rückkauf der restlichen Verzinkereien und die Eingliederung in die Siegener Verzinkerei Holding. Von diesem Zeitpunkt an wuchs das Unternehmen auf dem europäischen Markt. Nach einem intensiven Strategieprozess in den Jahren 2008 und 2009 wurde der internationale Markt erschlossen. Begleitend zur Umfirmierung im Jahr 2013 in The Coatinc Company gründete das Unternehmen weitere Standorte und gewann Beteiligungsfirmen dazu. Heute beschäftigt die Unternehmensgruppe etwa 1.500 Mitarbeiter, davon in Deutschland 600 Menschen aus 18 verschiedenen Nationalitäten – vom Auszubildenden für Oberflächenbeschichtung über Lkw-Fahrer, Logistikfachkräfte und Industriekaufleute bis hin zu Technikern, Ingenieuren und Informatikern.

Gut aufgestellt in kleinen Unternehmenseinheiten mit einer werteorientierten Führungsriege erwirtschaftet das gesamtheitlich von Paul Niederstein, Philippe Dupont und seit Jahresbeginn 2019 Gabi Wilwers geführte Unternehmen an den Standorten in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Mexiko und in Kalifornien einen Umsatz von 185 Millionen Euro im Jahr. Zusammen mit den Beteiligungen und weiteren 800 Mitarbeitern in Europa und der Türkei beläuft sich der Jahresumsatz auf 300 Millionen Euro. Die Anteile der heutigen Holding verteilen sich dabei zu 51 Prozent auf Paul Niederstein und zu 49 Prozent auf die B. E. Wedge Holdings Ltd., Großbritannien.

Regionale Wurzeln, globale Ziele

Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe allein in den vergangenen zehn Jahren am 1982 in Betrieb genommenen Produktionsstandort Kreuztal sind bei allen Expansions- und Wachstumsplänen in den Emerging Markets in Südamerika wie Brasilien und Mexiko oder in Südostasien ein klares Bekenntnis zum Standort Siegerland, an dem 130 Mitarbeiter beschäftigt sind.

Vor allem Kunden aus den Bereichen Automotive samt Elektromobilität und Erneuerbare Energien (Solar und Windkraftanlagen) vertrauen auf die präzise und langlebige Oberflächenveredelung aus dem Kreuztaler Werk. „Tendenz steigend“, freut sich der Firmenchef. „Denn fehlende Verbrennungsmotorabwärme und ein zunehmender Leichtkarosseriebau verlangen nach noch mehr Schutz und Steifigkeit.“

Am Standort Siegerland sind heute die Coatinc Siegen GmbH und die Coatinc PreGa (Precision Galvanizing) ansässig, u.a. mit dem Hochtemperaturverzinkungsverfahren, das vom Unternehmen selbst entwickelt wurde.

Unternehmerische Verantwortung

Die Entscheidung, sich auf Oberflächentechnik und angeschlossene Dienstleistungen zu fokussieren, wurde konsequent strategisch getroffen und basiert auf einem sorgfältig durchdachten Konzept. „Wir schätzen die Handwerker-, Architekten- und Ingenieurleistungen unser Kunden wert und wollen nicht mit ihren Produkten in den Wettbewerb treten, sondern sie in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen“, erläutert Paul Niederstein.

Selbiges unterstreicht der 2014 veröffentlichte Unternehmensclaim „Wir veredeln Träume“. Denn hinter jedem Teil, das in einem der Werke bearbeitet wird, stecken für ihn und die gesamte Belegschaft eine ideelle Bedeutung – ob Bodenkonstruktion für einen Sportwagen, kunstgeschlossertes Gartentor oder Träger eines Fußballstadions. „Unser Anspruch ist, unseren Kunden hervorragende Oberflächentechnik und nachgelagerte Dienstleistungen mit Mehrwert zu kreieren, die ihnen und ihrem Kerngeschäft zugutekommen.“

Bodenständige Zuverlässigkeit

Aus ihm heraus spricht die DNA der Unternehmensgruppe, eine für die heimische Montanregion typische Mentalität. „Ein Talent unserer Familie war es immer schon, ein Gespür für die richtigen Geschäfte zu haben, sich dabei auf das Wesentliche zu konzentrieren und lieber klein, konservativ und protestantisch bescheiden zu bleiben – und dadurch nachhaltig zu wachsen.“ Bodenständigkeit und Verlässlichkeit, partnerschaftliche Zusammenarbeit, christliche Grundwerte, Respekt und Wertschätzung bilden daher bis heute das Fundament, auf dem das Unternehmen fußt.

Wie bereits sein Großvater Werner Niederstein und sein Vater Klaus Niederstein leitet Paul Niederstein heute das Familienunternehmen seines Ururgroßvaters Heinrich Adolf Dresler. „Bereits mit 17 Jahren stand ich in der Verzinkerei am Kessel und habe mir etwas Taschengeld dazuverdient“, erinnert sich der heute 45-Jährige, der als studierter Diplom-Kaufmann mit den Schwerpunkten Produktion, Industrielles Controlling und Marketing nach ersten Berufserfahrungen in anderen Branchen mit 30 Jahren auf eigenen Wunsch in das Familienunternehmen eintrat.

2020 steht Paul Niederstein für den Fortbestand einer über 500-jährigen Familientradition, die Fortentwicklung des konventionellen Feuerverzinkens und den Fokus auf Internationalisierung bei gleichzeitiger Lokalverankerung. Dem fünffachen Vater von drei Söhnen und zwei Töchtern sowie Mehrheitsgesellschafter des ältesten Familienunternehmens Deutschlands ist es dabei besonders wichtig, Vorbild zu sein und seine soziale Verantwortung für Mensch und Klima ernst zu nehmen. Auf Kunden aus der Rüstungsindustrie verzichtet er bewusst – umweltschonende Produktionsprozesse sichert er durch den Einsatz von Filteranlagen.

„Mit The Coatinc Company soll sich jeder mit einem guten Gefühl identifizieren können“, betont er. Dazu zählen für ihn auch ein vertrauensvoller, wertschätzender und respektvoller Umgang mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten, ein Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben und der Teamgedanke. „Wir sind ein Unternehmen, das Werte erhält und lebt“, fasst Paul Niederstein zusammen.

Zukunft braucht Herkunft

Knapp 160 der 600 Mitarbeiter in Deutschland feiern aktuell ihre zehnjährige Betriebszugehörigkeit – seit einigen Jahren wurden bereits viele zum 35. Firmenjubiläum in den Coatinc Club eingeladen. Einmal im Jahr lädt dieser zum Ausdruck des Danks zu einem Festbankett in die Kreuztaler Weiße Villa ein, dem ehemaligen Familienanwesen in Dreslers Park.

Aus dem Südfenster des einstigen Wohnzimmers schaut Paul Niederstein gern hinüber in den Garten auf die eindrucksvoll emporgewachsene Bismarckeiche. Gepflanzt vor 125 Jahren von seiner Urgroßmutter Luise Dresler, der ältesten Tochter Heinrich Adolf Dreslers, steht sie heute als Sinnbild für die bodenständige Natur des Familienunternehmens und erinnert daran: Wachstum braucht Wurzeln. Der Blick zurück in die Vergangenheit schenkt Vertrauen für den Weg in die Zukunft. Die Siegener Erfolgsgeschichte wird weitergeschrieben – eines Tages in 18. Generation vielleicht von einer Niederstein.

Die Stiftung Familienunternehmen in München bestätigte 2019 der „The Coatinc Company“ eine jahrhundertelange Tätigkeit in der Stahlbranche. Damit befindet sich das Unternehmen am längsten im kontinuierlichen Eigentum einer Familie in Deutschland. Als wegweisend für die Ahnenforschung erwies sich ein Geschenk an Heinrich Adolf Dresler zum 85. Geburtstag: das liebevoll zusammengestellte Memoiren-Buch von dessen Tochter Emmy Dresler, das detailliert den Werdegang der Vorfahren von der ersten Generation 1502 bis hin zum Vater 1918 aufzeichnet. Um ihr Werk bis heute zu ergänzen, beauftragte Paul Niederstein einen Historiker. Die Neuveröffentlichung ist für 2022 geplant.

Die Geschichte einer Familie, eines Werkstoffes und einer Region

Der Stammbaum der Familie Dresler prägt die Region des Siegerlandes bis heute. Die unternehmerischen Wurzeln reichen bis weit vor die Anfänge der industriellen Stahlerzeugung zurück auf eine 1502 von Heylmann Dresseler in Siegen betriebene Schmiede. Sieben Generationen später besaß der erfolgreiche Eisenhändler Johannes Dresler bereits Anteile an mehreren Eisenhütten. Von Generation zu Generation gewann die Familie an Einfluss.

Johann Heinrich Dresler II., geboren 1745 in Sieghütte, investierte stark in die Eisen- und Stahlverarbeitung. Er beteiligte sich früh am Wachstum der jungen Branche und trieb damit auch die Industrialisierung der Region voran: Neben Anteilen am Sieghütter Hammer hatte er das fürstliche Monopol für die Produktion von Kleineisen- und Stahlfabrikaten inne und revolutionierte ebenfalls mit modernen Webstühlen die damals im Siegerland stark ausgeprägte Textilwirtschaft.

Ihre Heimat formten die Vorfahren auch politisch: über 200 Jahre, von der fünften bis zur zehnten Generation, stellte die Familie den Bürgermeister der Stadt Siegen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Heinrich Adolf Dresler sogar in den Reichstag gewählt.

Durch die Heirat von Luise Dresler und dem protestantischen Pfarrer und Superintendenten Alfred Emil Niederstein ging ein neuer Ast im Stammbaum hervor: Ihr zweiter Sohn Werner Niederstein, geboren 1901, stieg 1923 als junger Mann in die damalige SAG ein. 1945 wurde er alleiniger Vorstand und – nach dem Zweiten Weltkrieg – durch die Besatzer zum IHK-Präsidenten ernannt. Er baute das Geschäft zunehmend aus.

Mit seinem Sohn Klaus Niederstein (1936-2017) begann die Expansion des Unternehmens ins Ausland. 2004 trat Paul Niederstein in das Unternehmen ein und wurde 2008 zum Geschäftsführer ernannt. Heute ist er Sprecher und Mehranteilsgesellschafter der internationalen Unternehmensholding.


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