Top Blog: Baby 2

Hallo, hier bin ich!

Vom Baby zum Kleinkind

Text: Julia Wildemann

Auch wenn sich die Schwangerschaft manchmal endlos anfühlt – irgendwann ist der Moment der Geburt gekommen. Hierzulande entscheiden sich die meisten Paare aufgrund der hohen Sicherheit für Mutter und Kind für eine Geburt im Krankenhaus. Hier können Schmerzen mit einer Periduralanästhesie behandelt werden, bei Komplikationen wird ein Notkaiserschnitt eingeleitet. Eine Frühchen- oder Kinderstation garantiert im Notfall eine schnelle Behandlung des Säuglings. Viele Kliniken bieten Kreißsaal-Führungen an, um die Eltern schon vor dem Geburtstermin mit den Gegebenheiten vertraut zu machen.

In Deutschland wird jedes dritte Kind per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht, der Idealfall ist jedoch die Spontangeburt. Viele Frauen spüren schon Wochen vor dem errechneten Geburtstermin ein unregelmäßiges, leichtes Ziehen im Bauch, das Menstruationskrämpfen ähnlich ist. Diese Kontraktionen der Gebärmutter heißen Senkwehen und bewirken, dass das Kind tiefer in das Becken rutscht – also langsam die Geburtsposition einnimmt. Erst wenn die Wehen stärker und regelmäßiger werden sowie im Abstand von etwa zehn Minuten kommen, ist das ein Hinweis darauf, dass es bald losgeht. Auch leichte Schmierblutungen, der Abgang eines Schleimpfropfens und das Platzen der Fruchtblase sind deutliche Zeichen. Wenn die Wehen länger als 20 Sekunden andauern und alle fünf bis sieben Minuten auftreten, steht die Geburt kurz bevor.

Geburten in der Region
2018: 1651 | 2019: 1577

Familienzuwachs in Siegen-Wittgenstein

2014 hat der Kreis Siegen-Wittgenstein das Projekt „BIBU – Begrüßen, Informieren, Beraten, Unterstützen“ ins Leben gerufen, das sich an frisch gebackene Eltern richtet. Mit gezielten Besuchen im Zuhause der Familien werden die Neugeborenen mit Infomaterial und einem Gutschein für den regionalen Einzelhandel willkommen geheißen. Auch Familien mit Kindern im Alter von bis zu drei Jahren, die erst vor Kurzem in die Region gezogen sind, werden besucht. Ein weiterer BIBU-Baustein ist die „Clever – Elternberatung!“ für Eltern von Kleinkindern, die regelmäßig in Kitas im gesamten Kreisgebiet oder an zentralen Standorten mit dem BIBU-Mobil stattfindet. Dort erhalten Eltern ein umfassendes Beratungs-, Informations- und Austauschsangebot zu Themen aus den Bereichen Gesundheit, Erziehung und Jugendhilfe.

Der Körper nach der Geburt

Die Schwangerschaft hat dem Körper eine enorme Leistung abverlangt. Dementsprechend viel Zeit braucht er im Anschluss an die Geburt, um sich von den Strapazen zu erholen. Im Wochenbett sollten sich frischgebackene Mütter nicht überfordern und zu schnell zu viel wollen. Je mehr Ruhe sich Frauen in den sechs bis acht Wochen nach der Entbindung gönnen, umso besser leben sie sich in ihrem „neuen“ Körper ein und umso besser gelingt der Start ins Familienleben. Um die Muskulatur der Bauchdecke, das Bindegewebe und den Beckenboden sanft fit zu machen, empfiehlt sich ein Rückbildungskurs, der die Körpermitte wieder stabilisiert.

Glückliche Mamas sind meine Motivation. Hinter „BuggyTime – be fit“ verbirgt sich ein ganzheitliches Outdoor-Workout, das auf der Rückbildungsgymnastik aufbaut. Kinder im Alter zwischen 12 Wochen und drei Jahren trainieren im Tragetuch oder Sportbuggy einfach mit.

Jessica Schulz, Be Movement

Augen, Ohren, Nase, Mund, Hände – bereits im Mutterleib besitzen Säuglinge alle Sinnesorgane, mit denen sie ihre Umwelt wahrnehmen können. Doch erst nach der Geburt lernen sie, diese auch zu nutzen. Indem sich die Kleinsten aktiv mit ihrer Umgebung auseinandersetzen, begreift das Gehirn, wie es die Informationen von außen verarbeiten und als Erfahrung abspeichern kann. So prägen sich Verhaltensmuster ein und wichtige Grundlagen für das spätere Leben werden geschaffen. Das emotionale Umfeld innerhalb der Familie hat großen Einfluss darauf, wie sich das Nervensystem des Neugeborenen entwickelt. Fehlt Zuwendung, schüttet der Körper vermehrt Stresshormone aus, die sich negativ auf die Gehirnentwicklung auswirken. Feste Bezugspersonen unterstützen die Entwicklung des Kindes. Je intensiver man sich mit ihm beschäftigt, desto leichter fällt das Erlernen von zwischenmenschlichen Basics und der Aufbau emotionaler Bindungen. Eine große Portion Liebe macht gesund, sozial, stressresistent und schlau.

Starke Bindung, starke Kinder

  • Fühlen
    Vor allem in den ersten Lebensmonaten legen Eltern die Grundlage dafür, mit welchem Selbstverständnis ihr Kind seine Umwelt wahrnimmt. Wer sensibel auf die Bedürfnisse eingeht, schafft emotionale Stabilität.
  • Bewegen
    Hüpfen, rennen, Fahrrad fahren – regelmäßige Bewegung stärkt Muskeln und Immunsystem und sollte deshalb bewusst in den Alltag integriert werden.
  • Stillen
    Säuglinge, die gestillt wurden, leiden seltener unter Allergien und Adipositas. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt eine Mindeststilldauer von sechs Monaten.
  • Essen
    Regelmäßige Mahlzeiten mit der Familie vermitteln Spaß an der Ernährung und eine gesunde Beziehung zu Lebensmitteln. So wird das Risiko einer Essstörung verringert.

Optimale Entwicklung dank liebevoller Erziehung

Der Mensch verfügt über rund 30.000 Gene, die als eine Art Bauplan Merkmale wie Augenfarbe, Haarstruktur und Körperbau bestimmen. Auch Intelligenz, Begabungen und Persönlichkeit sind in der menschlichen DNA. In den ersten drei Lebensjahren werden die sensomotorischen Grundlagen für hochkomplexe Aufgaben wie flüssiges Sprechen, Lesen und Schreiben gelegt. Vom dritten bis zum siebten Lebensjahr baut das Kind diese Fähigkeiten aus und wächst zu einem aktiven Wesen heran, das selbstbestimmt Entscheidungen treffen kann. Kinder brauchen Eltern, denen Erziehung Spaß macht. Neben gezielter Förderung darf der unbeschwerte Umgang miteinander nicht zu kurz kommen. Gemeinsame Rituale wie die morgendliche Kuschelauszeit oder das Kuchenbacken am Sonntagnachmittag sorgen für einen festen Zusammenhalt, der bis ins Erwachsenenalter nachwirkt.

„Hyperaktivität, häufiges Stolpern, Unsicherheiten beim Ballspiel oder Probleme beim Malen und Basteln können Hinweise auf eine Sehschwäche sein. Diese wird meist nach der Einschulung besonders deutlich, wenn zum ersten Mal konzentriertes Sehen gefragt ist.“

Heinjochen Fuchs, Brillen Fuchs

Artikel erschienen in der Top Frühjahrsausgabe 2020

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.