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Text: Melanie Heider

Wau? Wow!

Auf den Hund gekommen: Der Hundehalter-Effekt

Der Hund ist eines der beliebtesten Haustiere und gilt als der beste Freund des Menschen. Das hat seine Gründe: Die loyalen Vierbeiner suchen gerne die Nähe ihrer Besitzer und bleiben ein Leben lang treu an ihrer Seite. Damit die tägliche Freude am Miteinander überwiegt, sind Herrchen und Frauchen gefragt, das kleine Hunde-Einmaleins zu erlernen. Das besteht in erster Linie aus Bindung, Erziehung und Training.

Hunde brauchen zuverlässige, starke und spannende Partner an ihrer Seite. Sie suchen nach Sicherheit und Geborgenheit und möchten respektvoll behandelt werden. Diese dem Menschen ähnlichen Bedürfnisse sind Wissenschaftlern zufolge Gründe für die innige Beziehung zwischen Zwei- und Vierbeiner. Doch Hunde brauchen auch viel Aufmerksamkeit und bedeuten jede Menge Arbeit.

Wer einen Welpen zwischen der 8. und 12. Lebenswoche in sein Leben holt, übernimmt die Verantwortung, den kleinen Wirbelwind bestmöglich auf die Welt vorzubereiten. Erfahrene und vertrauensvolle Züchter bilden ihren Nachwuchs bereits in einer kleinen Welpenschule aus. Hier lernen die Hundebabys u. a. mit Außeneindrücken wie Autofahren, Stadt- oder Staubsaugergeräuschen umzugehen, ihr Essen zu teilen und mit anderen Sozialpartnern in Kontakt zu treten.

Bindung vor Erziehung

An der Seite ihrer neuen Hundeeltern geht das spielerische Lernen und Erkunden dann weiter. Ob Stubenreinheit, erste Kommandos oder Verbote – Welpenerziehung ist in den ersten Monaten ein Full-Time-Job. Bevor Herrchen und Frauchen erzieherisch tätig werden, sollten sie jedoch an der engen Beziehung zu ihrem Hund arbeiten. Denn eine starke Bindung ist die wichtigste Basis für eine erfolgreiche Hundeerziehung.

Doch gerade zu Anfang ist viel Geduld und Einfühlungsvermögen gefragt. Denn die emotionale Bindung lässt sich nicht erzwingen. Erfahrene Hundehalter wie auch frisch gebackene Welpenbesitzer müssen sich diese erst verdienen, z. B. durch interessante Spiele, gemeinsame Spaziergänge oder hundegerechte Streicheleinheiten. Dabei ist Vorsicht geboten: Hunde werden nicht so gerne umarmt, wie es sich der Mensch wünscht. Für sie sind Umarmungen eher bedrohlich, lösen Stress aus und machen ihnen Angst.

Vergangenheit prägt Verhalten

Ob Welpe oder Tierheimhund – es dauert immer eine gewisse Zeit, bis sich Hunde an ihre neuen Besitzer gewöhnen und sich ihnen anvertrauen. Manche Tiere kommen aus gefestigten Familienstrukturen und wurden z. B. wegen eines Umzugs oder Sterbefalls abgegeben. Ihnen fällt es oft leichter, sich in eine neue Umgebung einzufügen. Für andere Hunde ist die Trennung von ihrem bisherigen Besitzer ein tief sitzender Verlust, der erst einmal verarbeitet werden muss. Gehen neue Besitzer auf die Vorgeschichten ihrer Tiere nicht mit dem richtigen Feingefühl ein, sind Verhaltensauffälligkeiten möglich – von schreckhaft-scheu bis angriffslustig-aggressiv.

Bei entsprechender Bindung können Hunde darauf konditioniert werden, Befehle zu empfangen und diese mit erlerntem Verhalten zu verknüpfen und auszuführen. Treten Besitzer anfangs mit zu viel Nachsicht und zu wenig erzieherischer Konsequenz gegenüber ihrem Hund auf, riskieren sie, dass dieser seine Grenzen nicht richtig kennenlernt und sie in brenzligen Situationen nicht die nötige Kontrolle über ihn haben. Reagieren Halter überfordert statt souverän, verschlimmern sie die Situation.

Harmonisches Zusammenleben

Halter stellen sich daher am besten damit, die Sprache des Hundes zu erlernen, Verständnis für seine individuellen Bedürfnisse zu entwickeln, auf seine körpersprachlichen Signale zu achten, diese korrekt zu deuten und angemessen auf sein Verhalten einzugehen. Dazu zählt auch, das Wohlbefinden des Hundes im Auge zu behalten, z. B. durch gesunde Ernährung, ausgiebige Bewegung, Training und Spiele, die Kopf und Körper fordern, sowie soziale Kontakte.

Hat ein Hund erst einmal gelernt, was er an einem Herrchen oder Frauchen hat, freut er sich über klare Spielregeln und feste Vorgaben. Er sucht freiwillig die Kontaktaufnahme, kooperiert bereitwilliger, reagiert mit freudigen Wiedersehensbegrüßungen und genießt entspannte Kuschelrunden. Das Verhalten eines Hundes ist somit immer Spiegelbild der Bindungs- und Erziehungsqualität.

Die Entscheidung, einen Hund aufzunehmen, sollte immer gründlich überlegt sein. Denn Tiere sind kein kurzweiliger Zeitvertreib, sondern erfordern lebenslange Aufmerksamkeit. Wer bereit ist, das kleine Hunde-Einmaleins zu erlernen, sein Leben vollständig auf den Vierbeiner auszurichten und sich auch nicht scheut, Tipps vom Profi einzuholen, legt den Grundstein für eine glückliche und gelungene Mensch-Hund-Beziehung.


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Das kleine Hunde-Einmaleins


Situationsbezogene Belohnungen

Das Erlernen von bestimmten Verhaltensmustern kann zur langwierigen Angelegenheit werden. Das Gute: Hunde lernen nie aus. Dennoch spielt ihr Alter eine Rolle. Während Welpen durch ihren Spieltrieb gesteuert werden, brauchen erwachsene Vierbeiner häufig andere attraktivere Anreize. Die größten Erfolge verspricht dabei das sogenannte positive Konditionieren. Und Überraschung: Es müssen nicht immer Leckerli sein. Wer mit unterschiedlichen Belohnungen individuell auf verschiedene Situationen reagiert, bringt auch das Training auf ein neues Level.
Ein Hund bevorzugt je nach Situation eine andere Belohnung. Ein paar Beispiele: Für einen Hund, der Essensreste am Wegrand aufnehmen will, ist eine hochwertige Futterbelohnung ein adäquater Ersatz. Wird er im Freilauf von der Jagd nach einem Eichhörnchen durch einen Rückruf abgehalten, freut er sich wahrscheinlich mehr über ein Beute-Zerr-Spiel als über Futter. Wartet ein Hund täglich darauf, bis er das Kommando erhält in ein Auto einzusteigen, ist ein lobendes Wort oder eine kurze Streicheleinheit ausreichend.


Klare Kommandos

Halter setzen oft voraus, dass der Hund ihre Sprache fließend versteht. Immerhin können durchschnittliche Vierbeiner im Laufe ihres Lebens etwa 150 Wörter unterscheiden – besonders intelligente Artgenossen schaffen es mit viel Training auf 250 Wörter. Dennoch sind die meisten auf wenige Schlüsselwörter fokussiert. Aus ihnen leiten sie damit verbundene erlernte Kommandos bzw. eine daraus resultierende Situation ab. Klare Worte oder kurze Sätz sind daher hilfreich.


Giftalarm!
Diese Lebensmittel gehören nicht in den Hundenapf:

Alkohol, Avocados, Hopfen, Koffein, Kohl, Knoblauch, Knochen (z. B. Geflügelknochen), Macadamia-Nüsse, Walnüsse, Rosinen, Milch, Pilze, Salz, Schokolade
und Kakao, Süßstoff, Speck, Steinobst und Kernobst, Tomaten Trauben, Zwiebeln, Alfalfa-Sprossen (Luzerne)
nur gekocht: Auberginen, Bohnen, Kartoffeln, Paprika, Schweinefleisch


Gesundheitscheck

Ab der achten Woche und vor dem Erstkontakt mit fremden Artgenossen sollten Hunde gegen Staupe, Parvovirose, Leptospirose, Hepatitis und Zwingerhusten immunisiert werden. Ab der 12. Woche wird gegen Tollwut geimpft. Empfehlenswert ist, regelmäßige Wurmkuren und Tierarztbesuche mit einer Vorsorgeuntersuchung zu verbinden, um Krankheiten zu vermeiden.


Glücksfaktoren für Hunde:

Aufmerksamkeit & Nähe

Bindungspartner & Erziehung

Ernährung & Gesundheit

Bewegung & Spieltrieb

Förderung & Training


Eine Frage der Rasse

Labrador, Jack Russel Terrier oder doch französische Bulldogge? Die Fédération Cynologique Internationale (FCI), der größte kynologische Dachverband, wie auch der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) erkennen aktuell etwa 360 Hunderassen an – ausgenommen Mischlingshunde, obwohl diese in ca. einem Drittel aller deutschen Haushalte zu Hause sind.

Die Wahl des Wunschhundes sollte nicht nach dem Aussehen und Geschlecht getroffen werden. Rüden sind nicht automatisch schwieriger als Hündinnen, genauso wie diese nicht allgemein folgsamer sind. Vielmehr sollten die rassetypischen Charakterwesenszüge – Jagd- oder Hütetrieb – zur eigenen Persönlichkeit und zum Lebensstil passen.


Sollte ich mir einen Hund holen?

  • Wie lange und wie oft müsste mein Hund in der Woche alleine bleiben?
  • Möchte ich künftig meinen Urlaub mit Hund verbringen?
  • Wer kümmert sich um ihn, wenn ich mal ohne ihn verreise?
  • Habe ich Zeit und Lust, mehrmals am Tag bei jeder Witterung Gassi zu gehen?
  • Ist Ordnung im Haushalt für mich essentiell und sehr wichtig?
  • Bin ich bereit, meine Freizeit für spielerisches Training aufzuwenden?
  • Bin ich körperlich fit genug, um dem Hund gerecht zu werden?
  • Sind die Kosten für Anschaffung und Unterhalt tragbar?
  • Erlaubt mein Vermieter die Haltung eines Hundes?
  • Ist meine Familienplanung schon abgeschlossen?
  • Wie alt bin ich und wie hoch ist die Lebenserwartung des Hundes?

Züchter oder Tierheim?

Etwa 21 Prozent der deutschen Haushalte haben einen Hund. In den Statistiken belegt er damit den zweiten Platz hinter der Katze. Insbesondere in den Anfängen der Coronapandemie sind immer mehr Menschen auf den Vierbeiner gekommen: Die Tierschutzorganisation TASSO, Europas größtes kostenloses Haustierregister, berichtete im vergangenen Jahr von einem Zuwachs von rund 25 Prozent an neu registrierten Hunden im Vergleichsmonat Juni (2019: ca. 31.400 / 2020: ca. 39.000). In Zeiten von Lockerungen statt Lockdown wendet sich das Blatt jedoch.

Tierheim Siegen: Falco, Luna, Seppel & Co.

Auch im Tierheim Siegen steigt die Zahl der zu vermittelnden Tiere. Aktuell warten hier über 40 Hunde auf neue Besitzer. Ob mit oder ohne Vorkenntnisse als Halter – wer in Erwägung zieht, einem Tier ein zweites Zuhause zu geben, kann jederzeit einen Vor-Ort-Termin vereinbaren. Gemeinsam mit dem Tierheim-Team wird dann im individuellen Vorgespräch in Erfahrung gebracht, ob das eigene Profil zu einem der Hunde passt.
Das Wissen um die Bedeutung von Bindung und Erziehung sowie die Bereitschaft für Training und Fürsorge sind dabei ausschlaggebender für eine erfolgreiche Vermittlung als die reine Finanzkraft oder Vorerfahrungen als Halter. Stimmt dann auch noch die Sympathie zwischen Vier- und Zweibeiner, kann nach etwa fünf bis sechs Besuchen und gegen Vorlage eines Sachkundenachweises der neue Mitbewohner in sein neues Zuhause einziehen.

Besuchszeiten: Mo bis Fr – nur mit Termin
Sa 11 bis 15 Uhr, So 13 bis 17 Uhr (keine Vermittlung)
jeden 1. So. im Monat: Tierheimbesichtigung mit Waffelbacken

Kontakt
Telefon 0271 313770
E-Mail: info@tierheim-siegen.de
www.tierheim-siegen.de/tierart/hund


Kostencheck

Ein Hund braucht viel Aufmerksamkeit. Erziehung, Training, Pflege und Fürsorge kosten Zeit und Geld – im Laufe eines Hundelebens schnell einmal mehrere Zehntausend Euro.

Geschätzte Ausgaben:
Anschaffungskosten je nach Rasse und Herkunft: bis 3.000 €
Erstausstattung: ab 300 €
Equipment (Sicherheit/Reise): ab 100 €
Hundefutter: 50 – 100 € pro Monat

Gesundheitliche Vorsorgemaßnahmen beim Tierarzt: 100 – 150 € pro Jahr
Haftpflichtversicherung und andere Policen (z.B. OP): 50 – 150 € pro Jahr
Hundesteuer: 70 – 200 € pro Jahr (bei Listenhunden 900 – 2.400 € pro Jahr)
(Übersicht Kreis Siegen-Wittgenstein im Top Blog)

Pflegeprodukte: ab 50 € pro Jahr
Hundeschule: 150 – 300 €
Kosten für die Kastration (Rüde): ca. 150-300 €
Kosten für die Kastration (Hündin): ca. 400-600 €

Unvorhergesehene Kosten können jederzeit hinzukommen.

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