Investieren – Top Blog

Text: Julia Wildemann

Investieren: Übersicht mit Icons

Investieren

Mit der richtigen Strategie zur Rendite

Der Name Rockefeller steht für Reichtum. Fun Fact: Die Wurzeln der Dynastie liegen nicht in New York, sondern im Westerwald. Um genau zu sein in Rockenfeld, einem ehemaligen Siedlungsgebiet, das heute zum Neuwieder Stadtteil Feldenkirchen gehört. Als die Vorfahren von Multimilliardär John D. Rockefeller Anfang des 18. Jahrhunderts Richtung Amerika aufbrachen, haben sie bestimmt nicht damit gerechnet, dass ihr Urururenkel dank des Erdöl-Booms ein Jahrhundert später ein gigantisches Vermögen sein Eigen nennen würde. 1913 besaß Rockefeller rund 900 Millionen US-Dollar, die laut Forbes heute einem Wert von 300 Milliarden US-Dollar entsprächen.

Lieber eine Stunde über Geld nachdenken,
als eine Stunde für Geld arbeiten.

John Davison Rockefeller,
amerikanischer Öl-Tycoon & erster Milliardär der Weltgeschichte

Auf den ersten Blick scheint sein Zitat das Problem eines Superreichen einer längst vergangenen Ära zu beschreiben. Schaut man etwas genauer hin wird deutlich, dass es den Kern des modernen Finanzdilemmas trifft. Der Markt hat sich grundlegend gewandelt. Das klassische Sparbuch hat als gewinnbringende Geldanlage ausgedient. Doch auch während der anhaltenden Niedrigzinsphase können mit einer langfristigen Strategie und den dazu passenden Produkten Gewinne erzielt werden. Wer sich in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren über eine Rendite freuen möchte, sollte sich heute intensiv mit den unterschiedlichen Anlagemöglichkeiten auseinandersetzen. Gerne auch länger als eine Stunde.

Investieren: Fragen für Anlegeneulinge

1×1 der Geldanlage
Fünf Regeln für einen erfolgreichen Einstieg in den Finanzmarkt

  • Schulden tilgen!
    Bevor der erste Euro aufs Tagesgeldkonto oder in den Aktienfonds eingezahlt wird, sollten bestehende Dispokredite oder Kreditkartenschulden zurückgezahlt werden. Denn meist sind die Zinsen bestehender Verbindlichkeiten höher als die Renditen der Anlagen.
  • Lebensumstände ganzheitlich betrachten
    Die richtige Anlagestrategie ist von den individuellen Voraussetzungen und Vermögensverhältnissen abhängig. Eine essentielle Rolle spielt das Alter. Wer früh startet, kann das Auf und Ab des Marktes besser aussitzen. Ähnliches gilt für den Beruf. Je höher das Gehalt und je sicherer der Job, desto höher darf auch der Anteil risikobehafteter Investments innerhalb des Portfolios sein.
  • Langfristig denken!
    Die Anlagedauer ist für den Erfolg und die spätere Rendite entscheidend. Ein langer Atem wird belohnt. Über die Jahre bzw. Jahrzehnte können so eventuelle Verluste in Phasen mit steigenden Kursen ausgeglichen werden. Anleger sollten ihrer Strategie treu bleiben und sich nicht durch kleine Schwankungen verunsichern lassen. Der deutsche Dax beispielsweise konnte seit 1980 über einen Zeitraum von 15 Jahren immer einen Wertzuwachs verbuchen. Wer sich von seinen Emotionen leiten lässt und beim kleinsten Ausschlag nach unten übereilt verkauft, macht in der Regel keinen Gewinn.
  • Portfolio divers aufstellen
    Bei der Wahl der Anlageklassen sollte auf Vielfalt gesetzt werden. Eine breite Streuung – auch Diversifikation genannt – schützt vor dem finanziellen Supergau. Verluste einzelner Produkte können durch Gewinne der restlichen Anlagen aufgefangen werden. Gestreut werden kann nach Vermögensklassen (Wertpapieren, Spareinlagen, Gold, Immobilien), nach Branchen oder nach Regionen.
  • Geringere Kosten = höhere Rendite
    Ein und Verkauf von Aktien, Depotkosten und Gebühren für den Manager des Fonds ¶ Geld anlegen kostet Geld. Die Unterschiede sind je nach Anlageform jedoch enorm. Ein genauer Blick aufs Kleingedruckte lohnt sich, denn hohe Verwaltungsgebühren können den späteren Gewinn deutlich minimieren. Die meisten Tages- und Festgeldkonten sind kostenlos. Aktiv verwaltete Aktienfonds schlagen je nach Anbieter mit bis zu  Prozent des jährlichen Anlagebetrages zu Buche. Günstige Alternative sind Exchange Traded Funds, kurz ETFs, die beispielsweise den Dax, Dow Jones oder den Weltaktienindex MSCI Worls abbilden.

Welcher Investment-Typ bin ich?
konservativ
(Sicherheit > Rendite)
ausgewogen
(Sicherheit + Produkte mit überdurchschnittlichem Chance-Risiko-Profil)
dynamisch
(hohes Chance-Risiko-Profil)

Corona
Rendite-Killer oder Investment-Turbo?

In Krisenzeiten müssen Anleger starke Nerven beweisen. Die anhaltende CoronaPandemie macht da keine Ausnahme. Im Gegenteil. Mit dem weltweiten Ausbruch von COVID-19 Anfang 2020 brachen alle wichtigen Aktienmärkte ein. Der DAX beispielsweise erlebte an der Frankfurter Börse den schnellsten Kurssturz seit seinem dortigen Start vor 32 Jahren. Auch die Indexfonds büßten einige Prozentpunkte ein. Rund ein Jahr später hat sich die Lage allgemein wieder stabilisiert: DAX und MSCI World lagen 2021 bereits auf Höchstständen wie vor der Krise. Abhängig von den Entwicklungen der kommenden Wochen und Monate kann sich das aber auch schnell wieder ändern. Eigenschaft der Stunde: Geduld! Wer breit aufgestellt ist, kann die momentane Unsicherheit einigermaßen entspannt aussitzen. Der ein oder andere Anleger spielt vielleicht mit dem Gedanken, Aktien vermeintlicher „Corona-Gewinner“ wie den Produzenten von Impfstoffen zu kaufen. Davon raten Experten aufgrund der zeitintensiven Recherche und des Risikos ab.

Zeit ist Geld!

Investieren: Übersicht Zusammenhang Investitionszeitraum und Rendite

Der Faktor Zeit spielt bei der Geldanlage eine wichtige Rolle. Welche Summe soll wann zur Verfügung stehen? Wer Geld für einen dreiwöchigen MaledivenTrip zur Seite legen möchte, verfolgt eine andere Strategie als jemand, der fürs Alter vorsorgen will. Bei einem Zeitraum von 12 Monaten spricht man von kurzfristigen Sparzielen. Fünf bis zehn Jahre sind ein mittelfristiger Sparzeitraum. Investments, die auf mehr als zehn Jahre ausgelegt sind, gelten als langfristig.

Depot = Portfolio?

Nein! Anleger benötigen ein Depot, um darin ihre Wertpapiere zu sammeln und zu verwalten. Es ist also nur ein Bestandteil des Anlageportfolios. Mehrere Anlagegegenstände oder Vermögenswerte – auch Assets genannt – bilden ein Portfolio. Enthalten sein kann alles, wovon sich der Anleger einen Wertzuwachs verspricht: von der Aktie über Immobilien bis hin zu wertvollen Gemälden. Assets mit ähnlichem Chance-Risiko-Verhältnis lassen sich zu Asset- oder Anlageklassen zusammenfassen. Die Asset Allocation wird auch Vermögensaufteilung oder Vermögensallokation genannt. Einmal jährlich sollte die Zusammensetzung des Portfolios überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Eine Umschichtung lohnt sich allerdings erst ab einem Betrag von 20.000 Euro. Geringere Summen stehen meist in keinem Verhältnis zu den anfallenden Kosten. Orientierung: Wertpapiertransaktionen gelten als unwirtschaftlich, wenn mehr als ein Prozent des Anlagebetrags fällig wird.

Welche Anlagemöglichkeiten gibt es?
jederzeit verfügbare Mittel (Tagesgeld)
Einlagen (Festgeld oder ETF-Sparplan)
Wertpapiere (Aktien, Anleihen und Fonds)
Immobilien (Eigentum, Immobilien-Crowdinvesting)
Rohstoffe (Edelmetalle oder Energierohstoffe)
Alternative Investments (Private Equity oder Hedgefonds)

  • Das Tagesgeldkonto punktet mit Sicherheit. Das Geld ist jederzeit verfügbar und durch die Einlagensicherung innerhalb der Europäischen Union gesetzlich abgesichert. Die Rendite ist jedoch gering. Liquide Barreserven sind trotzdem ein Muss. Ohne sie riskiert der Anleger, langfristige Assets zu einem ungünstigen Zeitpunkt und mit Verlust verkaufen zu müssen.
  • Auch Festgeld gilt als sichere Geldanlage. Einlagen in Höhe von bis zu 100.000 Euro sind durch die europäische Einlagensicherung geschützt. Verluste sind also eher unwahrscheinlich. Der Zinssatz ist höher als beim Tagesgeld, dafür ist der Kontoinhaber weniger flexibel. Er verpflichtet sich, sein Geld für einen bestimmen Zeitraum fest anzulegen.
  • Aktien stehen für hohe Renditen. Statt Solo-Aktien zu kaufen, sollten Anleger in Fonds investieren, die Aktien unterschiedlicher Unternehmen bündeln. So sind sie breit aufgestellt und können Verluste ausgleichen, wenn der Wert einzelner Firmen sinkt.
  • ETFs – Exchange Traded Funds – sind börsengehandelte Indexfonds. Sie bilden die Wertentwicklung eines Indexes beispielsweise des DAX oder des Dow Jones ab. So kann kostengünstig in ganze Märkte investiert und die Streuung der Assets optimiert werden. Solide Basis ist der MSCI World des USamerikanischen Finanzdienstleisters Morgan Stanley Capital International. Er beinhaltet 1.600 Einzeltitel und streut weltweit. Weitere Vorteile eines ETF sind seine Flexibilität und Transparenz. Der Anleger hat jederzeit Zugriff auf seinen individuellen Sparplan und kann monatliche Raten anpassen oder Einmalzahlungen tätigen.
  • Als ältestes Zahlungsmittel überhaupt ist Gold seit Jahrhunderten weltweit beliebte Anlage. Gerade in Krisenzeiten wird auf das Edelmetall zurückgegriffen, um das eigene Vermögen gegen Verluste abzusichern. In Kombination mit anderen Assets kann Gold durchaus sinnvoll sein. Wer keine Münzen oder Barren kaufen möchte, kann auf einen Goldsparplan zurückgreifen. Vorsicht! Der Wert ist stark von der Nachfrage abhängig. In den letzten  Jahren schwankte der Goldpreis stärker als die Aktienkurse. Auch die Entwicklung des Goldpreises ist im direkten Vergleich überschaubar: von 2009 bis 2019 legte er um 40 Prozent zu, der MSCI World-Investoren durften sich über einen Ertrag von 221 Prozent freuen.
  • Dank der nach wie vor günstigen Baufinanzierungen und die positive Preisentwicklung von Objekten, besonders in Ballungszentren, sind Immobilien aktuell beliebte Kapitalanlagen. Entscheidend für die Wahl der geeigneten Immobilie sind nicht nur deren Zustand und Ausstattung, sondern auch ihre Lage und die Anbindung an die umliegende Infrastruktur. Ob die Wahl auf eine Eigentumswohnung, ein Einfamilienhaus oder einen Komplex für mehrere Parteien fällt, hängt von verfügbarem Kapital und Risikobereitschaft ab. Wer keine eigene Immobilie kaufen möchte, kann in Immobilienfonds investieren und unkompliziert Anteile von Einkaufszentren, Wohnanlagen oder Bürogebäuden erwerben. Auch Pflegeimmobilien werden aufgrund des demografischen Wandels immer beliebter.
  • Unter gewissen Umständen können auch Nischeninvestements wie Autos, Kunst oder Antiquitäten eine sinnvolle Ergänzung für das eigene Anlageportfolio sein. Sachanlagen sind jedoch nur ab einem gewissen Budget interessant und für den Durchschnittsanleger eher nicht geeignet. Um Zustand und Seltenheit beurteilen zu können, ist Fachwissen von Vorteil. Nur wer den jeweiligen Markt genau kennt, kann gezielt an und verkaufen. Im Zweifelsfall besser Abstand nehmen, es drohen teure Fehlkäufe.

Aktiv oder passiv?
Hinter einem aktiv gemanagten Investmentfonds steht ein Fondsmanager, der festlegt, in welche Einzelaktien das Kapital des Anlegers fließt. Er hat die nationalen und internationalen Märkte im Blick und versucht auf Basis der aktuellen Entwicklungen gewinnbringende Investmententscheidungen zu treffen. So können teils hohe Verwaltungskosten entstehen. Bei passiv gemanagten Indexfonds wie ETFs werden Einzelaktien von Algorithmen ausgewählt. Die Gebühren sind dementsprechend gering.

Rendite vs. Risiko

Alle Anlageprodukte, deren Werte sowohl fallen als auch steigen können, sind mit einem gewissen Risiko behaftet. Die Chance auf Rendite steigt mit dem Risiko. Ein sicheres Tagesgeldkonto wirft geringere Gewinne ab als ein Aktienfonds, der jedoch anfälliger für zwischenzeitliche Kursverluste an den Börsen ist. Experten sprechen von der sogenannten Risikoprämie. Ein Anlagezeitraum von mehreren Jahrzehnten relativiert im Regelfall das Risiko und sichert Gewinne. Langfristiges Investieren sollte nicht mit kurzfristigem Spekulieren verwechselt werden. Ein durchdachtes Portfolio überzeugt mit einem Mix aus risikoarmen und risikoreichen Investments. Das optimale Verhältnis hängt von den individuellen Voraussetzungen des Anlegers ab.

Investieren: Balkendiagramm zum Thema Finanzstruktur

Thesaurieren oder ausschütten?
Wer in Wertpapiere investiert, kann zwischen thesaurierenden oder ausschüttenden Produkten wählen. Variante , auch als akkumulierende Fonds bekannt, reinvestiert Zinsen und Dividenden in neue Fondsanteile. Variante  schüttet die Erträge meist im jährlichen Rhythmus aus.

Viele Wege führen zu wachsenden Depots!

  • Buy- & Hold-Strategie
    Diese Herangehensweise setzt auf Durchhaltevermögen. Aktien werden gekauft und langfristig gehalten. Je länger der Zeitraum, desto unwahrscheinlicher Verluste durch schwankende Märkte. Anleger haben bei dieser Strategie wenig Aufwand und es ist möglich, diversifiziert anzulegen, wenn man verschiedene Unternehmensaktien in verschiedenen Branchen kauft.
  • Index-Strategie
    Bei der Index-Strategie handelt es sich um eine passive Anlagestrategie. Sie verfolgt den Ansatz, nicht auf einzelne Aktien, sondern einen kompletten Aktienindex wie den DAX oder den Dow Jones nachzubilden. Die Rendite entspricht daher der Entwicklung des gewählten Indexes. Passive Fonds werden ETFs genannt.
  • Size-Strategie
    Investoren, die nach der Size-Strategie anlegen, gehen nach der Unternehmensgröße. Sie erwarten, dass große börsennotierte Unternehmen nur geringe Kursschwankungen erleben. Diese Strategie setzt auf Stabilität und ein geringes Risiko.
  • Growth-Strategie
    Bei der Growth-Strategie investieren Anleger in Aktien von Unternehmen, bei denen sie in den nächsten Jahren Wachstum erwarten. Das können auch Unternehmen sein, die aktuell noch nicht zu den großen Gewinnern gehören, wie zum Beispiel junge Firmen aus der Software-Branche. Dabei besteht aber ein hohes Risiko, weil viele Start-ups erfolglos bleiben.
  • Value-Strategie
    Die Value-Strategie funktioniert ähnlich wie die Growth-Strategie. Die zukünftige Wertsteigerung wird hier aber nicht aufgrund von Börsendaten prognostiziert, sondern durch genaue Unternehmensanalysen. Dazu zählen alle betriebswirtschaftlichen Daten und das Marktumfeld. Diese Strategie erfordert umfangreiche Marktkenntisse.

Nachhaltige Rendite mit nachhaltigen Anlagen?

Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Verbraucher entscheiden sich mittlerweile in allen Lebensbereichen bewusst für Produkte von Herstellern, die Ressourcen schonen und sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind. Auch im Bereich Finanzen. Die Nachfrage nach ökologischen Fonds, grünen Aktien und moralisch einwandfreien ETFs steigt. Anleger sind auf der Suche nach Assets, die Ökologie, Soziales und Ökonomie – das sogenannte Nachhaltigkeitsdreieck – in Einklang bringen. Wer „grün“ anlegen möchte, verzichtet in seinem Portfolio auf Tabakkonzerne, Alkoholproduzenten, Gentechnikbefürworter, Rüstungs unternehmen und Betreiber von Atomkraftwerken.

Um nachhaltige Wertpapiere von herkömmlichen Produkten abzugrenzen, haben sich die „ESG“-Kriterien durchgesetzt – „ESG“ Environment (Ökologie), Social (Soziales) und Governance (Ökonomie). Noch strenger beurteilt das Forum Nachhaltige Geldanlage (FNG). Häufig gibt bereits der Name des Produkts Hinweise auf dessen Nachhaltigkeit. Ist die Abkürzung SRI – Socially Responsible Fonds – enthalten, können Anleger mit gutem Gewissen zugreifen. Das gleiche gilt für Responsible Fonds, Fair Value oder Nachhaltigkeitsfonds. Auch die Zusätze Öko, Climate oder Ethik sind Indiz für einen nachhaltigen Ansatz.


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