Kosmetische Inhaltsstoffe – Top Blog

Anzeige / Text: Julia Wildemann

Pumpspender und Cremetiegel auf quadratischen Podesten in Weiß
Beim Kauf von Kosmetikprodukten lohnt sich ein genauer Blick auf das Etikett und die verwendeten Inhaltsstoffe.

Cremes Lotions und Co.

Kosmetische Inhaltsstoffe im Check

Butylmethoxydibenzoylmethan, Methylethylene Glycol, Paraffinum Subliquidum – beim Blick auf das Etikett des liebsten Beauty-Produkts wünscht man sich nicht selten einen Übersetzer. Oder einen Abschluss in Chemie. Über 10.000 Inhalts- stoffe sind für die Verwendung in Kosmetikprodukten zugelassen. Die Kennzeichnung der verwendeten Stoffe auf der Verpackung ist seit 1997 gesetzlich vorgeschrieben. Basis bildet das INCI-System (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients oder Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe). Häufig wird aber trotzdem erst auf den zweiten Blick klar, was genau sich hinter den Stoffen mit den kaum aussprechbaren Namen verbirgt.

Aluminium

Besonders häufig finden sich Aluminiumsalze – Aluminium Chloride – als Antitranspirant in Deodorants. Sie verschließen die Poren, hemmen die Bildung von Schweiß und verhindern so die Entstehung von unangenehmen Gerüchen. Mittlerweile finden Verbraucher in den Regalen auch Alternativen ohne die bedenklichen Stoffe, die nicht oberflächlich wirken, sondern in die Haut eindringen und sich im Körper sammeln. Aluminiumverbindungen gelten als hautirritierend sowie nervenschädigend und sollen die Entstehung von Brustkrebs und Alzheimer begünstigen.

Duftstoffe

Kosmetikprodukte sollen nicht nur effizient wirken, sondern dabei auch noch gut riechen. Kosmetikhersteller geizen deshalb nicht mit Duftstoffen, die Haut und Haare reizen können. Ob es sich dabei um natürliche oder synthetisch erzeugte Düfte handelt, spielt keine Rolle. Der Deutsche Allergie und Asthmabund e.V. – kurz DAAB – hat eine Liste von natürlichen und synthetischen Duftstoffen veröffentlicht, die als potente Kontaktallergene gelten. Citral, Moschus, Farnesol oder Linalool können Ursache von Rötungen, Juckreiz, Bläschen oder Schwellungen sein und unterliegen der Deklarationspflicht.

Erdöl

Wer beim Stichwort Erdöl ausschließlich an schwarzsprudelnde Quellen im Nahen Osten denkt, irrt. Auch im heimischen Badezimmer verstecken sich Produkte mit Inhaltsstoffen, die auf Basis des fossilen Brennstoffs hergestellt wurden. Auf dem Flaschenlabel finden sich Bezeichnungen wie Paraffinum Liquidum, Isoparaffin, Vaseline, Mineral Oil, ·Microcrystalline¸ Wax und Petrolatum? Dann kam bei der Herstellung Erdöl zum Einsatz. Dass seine Förderung und Verarbeitung negative Folgen für die Umwelt haben, muss nicht noch einmal betont werden. Doch auch die Wirkung auf Haut und Haare ist alles andere als positiv. Die Poren werden abgedichtet, die oberste Hautschicht kann nicht mehr atmen. Sie fühlt sich zwar weich an, wird aber nicht effektiv gepflegt und trocknet aus.

Kosmetische Inhaltsstoffe: Formaldehyd

Neben Parabenen ist Formaldehyd ein beliebter Konservierungsstoff für pflegende oder dekorative Kosmetik. Der haltbar machende Stoff – auch als Hydantoin, Sodium Lauryl Sulfat, Formalin oder unter der Abkürzung mnm bekannt – ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Er kann zu einer Hautsensibilisierung führen, die Zellen schädigen und die Haut so schneller altern lassen.

Lichtschutzfilter

Wer seine Haut während des Sonnenbadens vor schädlichen Strahlen schützen möchte, greift zu Sonnenmilch, Gesichtssprays oder Lippenpflege mit UV-Filter. Diese haben zwar pflegende Eigenschaften und schützen vor Hautkrebs, unbedenklich sind ihre kosmetischen Inhaltsstoffe leider trotzdem nicht. Chemische Lichtschutzfilter enthalten Bezophenone, die gesundheitsschädlich sein können. Sie sind nicht nur verantwortlich für Irritationen und Allergien, sondern wirken im Körper ähnlich wie Hormone. Fruchtbarkeitsstörungen können die Folge sein.

Mikroplastik

Kaum ein Kosmetikprodukt kommt ohne flüssiges oder festes Mikroplastik aus. Die Kunststoffteilchen im XSFormat aka Polyethylene, Nylon oder Acrylates Copolymer werden beispielsweise als Schleifmittel in Reinigungsprodukten oder als Filmbildner in Flüssigseifen und Duschgels verwendet. Auch als günstiger Füllstoff kommen sie zum Einsatz. Über den Abfluss gelangen die Stoffe ins Abwasser, über Klärwerke – selbst modernste Anlagen können Mikroplastik nicht hundertprozentig herausfiltern – in Flüsse und Seen. Kein Wunder also, dass sich der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) ganz klar gegen den Einsatz von synthetischen Polymeren als kosmetische Inhaltsstoffe ausspricht.

Nanopartikel

Bodylotions oder Handcremes sollen die Haut reichhaltig pflegen, aber keinen fettigen Film hinterlassen. Nanopartikel sorgen dafür, dass Inhaltsstoffe optimal aufgenommen werden und Produkte schnell einziehen. Ihre Größe liegt zwischen einem und hundert Nanometer. Sie sind also tausendmal dünner als ein Haar und können die Hautbarriere spielend leicht passieren. Als Zusatz in Kosmetika sind sie umstritten, da ihre langfristige Wirkung auf Menschen und Umwelt noch nicht ausreichend erforscht ist. Langzeitstudien gibt es bis jetzt nur wenige.

Palmöl

Glyceryl Stearate oder Stearic Acid – der exotische Extrakt, der aus den Früchten der Ölpalme gewonnen wird, trägt viele Namen. 25 unterschiedliche um genau zu sein. Auf den ersten Blick scheinen die Eigenschaften von Palmöl durchaus positiv: rückfettend, antioxidativ und günstig im Einkauf. Problematisch ist jedoch seine Herstellung. Palmöl ist in fast allen Kosmetikprodukten enthalten. Um es in entsprechend großen Mengen produzieren zu können, müssen enorme Flächen in Südostasien brandgerodet werden. Darunter leiden die Bevölkerung vor Ort, die Artenvielfalt und das weltweite Klima.

Parabene

Hinter Propylparaben, Btylparaben, Methylparaben, Ethylparaben, Isobutylparaben, Isopropylparaben verstecken sich Parabene. Aufgrund ihrer antimikrobiellen und fungiziden Wirkung werden sie in Kosmetikprodukten als Konservierungsstoffe eingesetzt und verlängern deren Haltbarkeit. Parabene gelten als hormonell wirksam und können unter anderem Unfruchtbarkeit, Lernschwächen, Fettleibigkeit sowie unterschiedliche Arten von Krebs auslösen.

Kosmetische Inhaltsstoffe: Silikone

Hinter Bezeichnungen auf dem Flaschenetikett, die mit -cone oder -xane enden, verbergen sich Silikone. Die synthetischen Polymere lassen sich günstig herstellen und bestehen aus gemahlenem Silicium und Methylchlorid. Sie sorgen für eine glänzende Mähne und deckendes Make-up, das lange haftet. Langfristig versiegeln sie jedoch Haut und Haare und verhindern, das wertvolle Pflegestoffe ihr Ziel erreichen. Doch nicht nur deshalb geraten Silikone immer wieder in die Kritik. Sie gelten außerdem als schwer abbaubar und dementsprechend umweltschädlich. Auch ihre Wirkung auf die menschliche Gesundheit ist zweifelhaft. Als besonders gesundheitsgefährdend werden Octamethylcyclotetrasiloxan und Decamethylcyclopentasiloxan eingestuft. Ihre Verwendung in abwaschbarer Kosmetik ist seit Februar verboten.

weißer Seifenspender aus Kunststoff
Wer die Inhaltstoffe eines Produkts vor dem Kauf checkt, kann Haut und Haare mit gutem Gewissen pflegen.

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