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Luftaufnahme von einem großen See, der von Bäumen umringt ist
© TVSW-Kappest

Netphen: Heimat mit Herz

Stadt mit Charakter und Dörfer mit Charme

Text: Melanie Heider

Netphen trägt viele Beinamen: Keiler-Kommune, Drei-Quellen-Stadt am Rothaarsteig oder wie es das 2017 neu entwickelte Logo, stellvertretend für 24.000 Einwohner in 21 Ortsteilen, als Fazit formuliert: Heimat mit Herz. Der größten Flächengemeinde im Siegerland ist es gelungen, eine Verbindung von Naherholung, Infrastruktur und Arbeitsplätzen ebenso wie eine Bindung der Menschen an IHR Netphen zu schaffen.

Leben, Arbeiten und Wohnen in der Stadt Netphen ist unaussprechlich gut. Denn zugegeben, den wahren Siegerländer erkennt ein jeder an der korrekten Aussprache des Wortes „Netphen“. So manche Schmunzelei über phonetische Neubildungen wie „Neften“ oder „Neefen“ wird alsbald höflich korrigiert, um den Sachverhalt richtig darzustellen. Denn der Netphener ist stolz auf seine Stadt. Ein Ausdruck von Zugehörigkeitsgefühl und Identität – in einer immer schnelllebigeren und globalisierten Welt, ein Stück echte Heimat.

Tradition und Moderne, Industrie und Natur, Arbeiten und Freizeit, Brauchtum und Innovation – das Netphenerland ist geprägt von Gegensätzen, die allesamt einen gemeinsamen Kern haben: das Miteinander der Menschen. Nach der kommunalen Neugliederung im Jahr 1969 ist es der Großgemeinde gelungen, den Stadtkern als Zentrum zu etablieren und gleichzeitig den Charakter und den Charme der einzelnen Dörfer mit ihren Ortsbürgermeisterinnen/-meistern und Vereinsstrukturen zu erhalten.

Zentrales Wohnen und Arbeiten

Die Einwohner Netphens schätzen an ihrer Heimatstadt, dass sie ihnen auch im Alltag ein Rundum-sorglos-Paket bietet: der Bäcker und Metzger um die Ecke, die Apotheke, der Arzt oder der Optiker gleich nebenan. Frische Lebensmittel gibt es hier nicht nur im Supermarkt, sondern auch auf dem Wochenmarkt oder direkt vom nahegelegenen Bauernhof. Ein lokales Einzelhandelskonzept wie auch die Teilnahme an der Imagekampagne „Heimat shoppen“ der IHK Siegen tragen darüber hinaus zum Ausbau der attraktiven und lebendigen Innenstadt bei.

Netphen bietet alles, was Bürgerinnen und Bürger zum Leben braucht. Ein Grund, weshalb sich immer mehr Menschen aller Generationen bewusst für ihren Lebensmittelpunkt hier entscheiden. Dafür bietet die Stadt bezahlbare Bauplätze in den Ortschaften und ermöglicht zentrales Wohnen in den Ortskernen Netphen, Dreis-Tiefenbach und Deuz. Eine eigene Immobilienbörse auf der Homepage der Stadtverwaltung kommt zudem der Nutzung innerörtlicher Potenziale nach, wie beispielsweise von Baulücken oder leerstehenden Gebäuden. Neu erschlossen wird zudem künftig das Baugebiet „Burggraben“ in Netphen (Ortsausgang Richtung Eschenbach) mit ca. 75 Bauplätzen.

Blick von oben auf ein Stadtpanorama

NETPHEN: Luftlinie nur etwa 6,5 km nordöstlich der Innenstadt von Siegen, bietet Netphen zwischen dem Heckersberg in Dreis-Tiefenbach und der Wasserburg in Hainchen eine einmalige Freizeitachse mit hohem Erholungs- und Erlebniswert: Radwege entlang der Siegauen, zahlreiche Wanderwege durch naturnahe Wälder und der zehn Kilometer lange Rundweg um die Obernautalsperre, der größten Trinkwassertalsperre im Siegerland.

Traditionell starker Wirtschaftsstandort

Vor allem Gewerbe und Industrie mit bundes- und weltweit gutem Ruf prägen bis heute das Erscheinungsbild und sorgen seit Jahrhunderten für die starke Wirtschaftskraft. Die Stadt zählt ca. 7.400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – über die Hälfte im produzierenden Gewerbe, etwas weniger als die Hälfte im Dienstleistungssektor – jedoch nur maximal ca. 0,6 Prozent in der Land- und Forstwirtschaft. Ziel und Perspektive der Wirtschaftsförderung ist es, für die Netphener Bevölkerung eine möglichst große Zahl von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen zu erreichen und Unternehmen gleichzeitig optimale Standortbedingungen zu bieten. Hauptaspekte sind hier die bedarfsgerechte Erschließung von attraktiven Wirtschafts- und Gewerbeflächen für Neuansiedlungen oder Erweiterungen (z.B. das Gewerbegebiet „Im Bruch“ an der Grenze zu Siegen oder „In der Dell“ in Helgersdorf), sowie der weitere Breitbandausbau und das flächendeckende Hochleistungsinternet.

Luftaufnahme auf eine Visualisierung eines Gewerbegebiets

GEWERBEGEBIET: Aktuell in der Erschließung befindet sich das Gewerbegebiet „Im Bruch“ an der B62 am Fuße der Universität Siegen . Knapp 30 Hektar gehen noch in diesem Jahr in die Vermarktung und bieten als neuer Technologiepark attraktive Möglichkeiten zur Ansiedlung für forschungsnahe sowie innovative Unternehmen und Start-ups.

Naherholung im Grünen

Mit Natur, Wald und den Quellgebieten der Flüsse Eder, Lahn und Sieg vor der Haustüre bietet die Stadt Netphen einen hohen Freizeitfaktor. Über 70 Prozent des Stadtgebiets sind Waldflächen. Damit ist Netphen eine der waldreichsten Kommunen Deutschlands und bietet tolle Möglichkeiten für Entspannung und Aktivitäten in der Natur. Themenwege wie der Köhlerpfad, der Keltenweg und der Dilldappenweg sowie der Premium-Wanderweg Rothaarsteig locken Wanderer auf ihre Spur. Fahrradfahrer sind u.a. auf dem 36-km-langen „Netpher Radring“ oder entlang der Sieg und Werthe von Dreis-Tiefenbach bis Hainchen gut und entspannt unterwegs, während der Mountainbike-Trail Spaß und Adrenalin verspricht.

Zahlreiche Maßnahmen aus den Förderprogrammen zur Stadt- und Dorfentwicklung haben in den letzten Jahren an vielen Stellen den öffentlichen Bereich aufgewertet. Unter anderem wurden mit der Förderung die Freiflächen der Dreis-Tiefenbacher Siegauen neu gestaltet. Mit Hilfe und tatkräftiger Unterstützung des Vereins „Netzwerk Deuz“ konnte mit der Neugestaltung des Bühlgartens eine attraktive Begegnungs- und Kommunikationsfläche geschaffen werden. Die Kosten wurden zu 80 Prozent durch das Sonderprogramm des Landes NRW „Hilfen im Städtebau für Kommunen zur Integration von Flüchtlingen“ getragen.

Aus dem Landesprogramm „Zuweisungen für Investitionen an Gemeinden zur Förderung von Quartieren mit besonderem Entwicklungsbedarf“ konnte die Mountainbike Arena am Heckersberg gebaut werden. Auch hier konnte mit Hilfe des örtlichen Mountainbike-Vereins ein attraktiver Ort der Begegnung und der Outdoor-Aktivität geschaffen werden. Die Maßnahme „Freiraumgestaltung rund um die Wasserburg Hainchen“ hat die alte Höhenwasserburg aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Mit der Sanierung der Burganlage, dem Umbau der alten Remise zu einer attraktiven Gastronomie und der Schaffung eines naturnahen Spielbereiches in der weitläufigen Außenanlage wurde Netphen um eine weitere Attraktion reicher gemacht.

In Bau befindet sich zurzeit ein Outdoor-Bewegungspark für alle Generationen im Freizeitpark Netphen. Zu den naturnahen Spielgeräten für die kleineren Kinder werden eine große Skateranlage, eine Calesthenics-Anlage und eine Parcoursanlage für die Jugendlichen und Erwachsenen errichtet. Senioren finden neben einer Bouleanlage auch Bereiche zur Erholung und altersgerechte Fitnessangebote. Gefördert wird diese Maßnahme in Höhe von 90 Prozent aus dem Programm „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier NRW“.

Die Konzeptidee „Sieg verbindet“ wurde durch den Heimatverein „Alte Burg Dreis-Tiefenbach“ initiiert. Das Interaktionskonzept schafft die Verbindung der historischen Ortskerne Tiefenbach mit dem Haus „Pithan“ und Dreisbach mit dem Jung-Stilling-Platz. Er führt darüber hinaus bis in die Siegaue. Mit dem Konzept „Sieg verbindet“ wird die Verbindung von Bewegung, Begegnung und kulturhistorischen Elementen geschaffen. Ministerin Ina Scharrenbach ließ es sich nicht nehmen am 05.02.2020 persönlich den Bewilligungsbescheid über eine Förderung in Höhe von 90 % aus dem Programm Heimat-Zeugnis zu überreichen. Die Maßnahme soll 2020 und 2021 umgesetzt werden.

Schon durch die Neueröffnung des N-FLOW Freizeitparks Netphen wurde Ende 2018 ein neuer Akzent gesetzt: Mit Trampolinarena, Soccerpark, Fitness-Studio, Physio-Aktiv, Squash-Court, Freizeitbad und 4-Sterne-Saunalandschaft lockt der Indoor-Fun- und Sport-Park plus nahgelegener Minigolfanlage auch überregional viele Besucher an.

Weiche Standortvorteile

Insgesamt punktet Netphen mit einer Vielzahl an weichen Standortfaktoren, darunter Kultur- und Bildungsangebote wie das Kulturforum, die Musikschule, Jugendkunstschule und Volkshochschule sowie spezielle Senioren-Veranstaltungen. Prägend ist zudem die vielfältige Vereinslandschaft mit über 200 Vereinen in Netphen. Neben den typischen Sport- und Kulturvereinen haben sich auch zahlreiche Vereine in den Bereichen soziales und bürgerschaftliches Engagement gegründet.

Trampolinpark in einer großen Halle
Trampolinanlage N-FLOW

Lebendiges Gemeinwesen

In den Ortsteilen selbst sind es vor allem die Dorfgemeinschaften mit ihren Bürgerhäusern oder öffentlichen Begegnungsstätten, fünf örtliche Bibliotheken, die Freiwillige Feuerwehr mit ihren Löschgruppen, Jugend- und Kinderfeuerwehren im gesamten Stadtgebiet, verschiedenste Aktionsgemeinschaften, die Schützen- wie auch der Burgenverein sowie Bürger- und Unternehmer-Stammtische und ein breitgefächertes Ehrenamt, das die Netphener Nachbarschaft ausmacht.

So wurde z.B. durch den tatkräftigen Einsatz des Heimatvereins Netpherland am Marktplatz Obernetphen das „Wickels Hus am Maart“ in eine ehrenamtlich betriebene Begegnungsstätte verwandelt. Ein ganz aktuelles Beispiel ist die Genossenschaft „Alte Schule Eschenbach eG“. Mit großem ehrenamtlichen Engagement konnte das alte Schulgebäude im Ortszentrum von Eschenbach vor dem Abriss bewahrt und zu einem Zweigruppen-Kindergarten umgebaut werden.

Stadt für alle Generationen

Denn ob Jung oder Alt – Netphen ist eine Stadt, die niemanden ausschließt. Für junge Familien gibt es den Netphener Familienförderfonds (kurz Netphener FF), aus dem familienunterstützende Maßnahmen finanziert werden. Das 2019 neu eingerichtete Familienbüro, Kindertageseinrichtungen, Kindergärten und Schulen für alle Schulabschlüsse sowie die Ferienspiele Netpherland, Babysitter-Führerschein-Ausbildungen oder die Taschengeld-Börse und das Projekt „ZeitPaten“ der Siegerländer Frauenhilfe sind nur einige Beispiele dafür, wie die Stadt Netphen ihre Bürgerinnen und Bürger unterstützt und dafür wichtige, weitgehend barrierefreie, Infrastruktureinrichtungen vorhält.

Für ältere Menschen hat die Stadt Netphen die Senioren-Service-Stelle als Anlauf- und Kontaktstelle für ältere Menschen wie auch für pflegende Angehörige eingerichtet, zudem werden zahlreiche speziell auf Senioren zugeschnittene Veranstaltungen angeboten. Der Bürgerbus bindet auch die kleineren Orte an die Nahversorgungszentren Dreis-Tiefenbach, Deuz und das Netphener Stadtzentrum an. Als erste Kommune im Kreis hat Netphen 2017 die Notfalldose eingeführt, die im Ernstfall Leben retten kann.

Darüber hinaus gibt es im gesamten Stadtgebiet viele soziale Einrichtungen wie das Autismuszentrum in Unglinghausen, Altenheime in Netphen und Deuz, Angebote für seniorengerechtes Wohnen, das 2019 eröffnete Demenz-Zentrum St. Anna in Brauersdorf, Vereine, wie Vergissmeinnicht e.V., und den Malteser Hilfsdienst mit Rettungswache. In Deuz betreibt die AWO u.a. die Siegener Werkstätten, das AWO-Bildungszentrum und das Inklusionshotel mit über 40 Zimmern und kleinem Bistro, das noch 2020 eröffnet werden soll.

Junge Stadt mit alter Geschichte

Geschichtsforschern und Geologen zufolge führen die Spuren der Erstbesiedelung des Siegerlandes auf die Zeit um 500 vor Christus zurück. Die ältesten schriftlichen Überlieferungen stammen jedoch erst aus dem 11. Jahrhundert nach Christus. Noch später taucht erst das Netphener Kirchspiel in einer Urkunde von 1239 in der Geschichte auf – was die Stadt Netphen im Jahr 2014 veranlasste, mit großem Erfolg ihr dreitägiges Stadtfest anlässlich der 775-jährigen Ersterwähnung zu feiern. Mit dem Überschreiten des Schwellenwertes von 25.000 Einwohnern am 30. Juni 1997 (25.068 Einwohner) waren erstmals die Voraussetzungen erfüllt, dass Netphen zum 1. Januar 2000 den Status einer mittleren kreisangehörigen Stadt erhielt und auch trotz leicht abnehmender Bevölkerung weiter tragen darf. Dennoch rücken vor dem Hintergrund des demografischen Wandels verstärkt Themen wie städtische Infrastrukturplanung, Kinder- und Familienfreundlichkeit und zukunftsorientierte Seniorenpolitik in den Fokus.

GESCHICHTE: Das älteste und bedeutendste Grundherrengeschlecht des Netpherlandes waren die Herren vom Hain, die u.a. auf Burg Hainchen (urkundliche Ersterwähnung im Jahr 1290) wohnten. Der katholische Graf Johann VIII. von Nassau (1583–1638) wurde einige Jahrhunderte später zum heutigen „Vater des Johannlandes“.

Von Netphen für Netphen: Stadtentwicklung

Ein zentraler Bestandteil ist hier das Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept (IKEK), das unter Einbeziehung vieler Bürgerinnen und Bürger von September 2016 bis Juli 2017 entwickelt wurde und Projekte für die Weiterentwicklung umfasst. Darauf aufbauend wurde das IKEK in ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept – ISEK – fortgeschrieben, um Fördermittel für die städtebauliche Entwicklung beantragen zu können. Denn heute die richtigen Weichen für die Herausforderungen der Zukunft zu stellen, ist eine wichtige Strategie zur Standortsicherung. Zudem verfolgt die Stadt Netphen das Leitbild 2025, das im Dezember 2012 vom Rat beschlossen wurde und den Handlungsrahmen und Orientierungshilfe für Verwaltung und Politik bei zukünftigen Entscheidungen darstellt. Das perspektivische Ziel: Die Stadt- und Dorfentwicklung in allen Bereichen so optimal wie möglich zu gestalten. Heißt konkret: die bereits gute Lebensqualität steigern, neue Mobilitätskonzepte entwickeln, die Attraktivität im Stadtkern erhöhen, die Angebote in den Ortsteilen stärken und den Wohlfühlfaktor für Menschen, wie auch das Wirtschaften für Unternehmen weiter verbessern. Ein Blick auf die Historie zeigt: Funktionieren kann dies, wenn sich alle Akteure gemeinschaftlich mit Herz für IHRE Heimat und IHR Netphen einbringen. Auf diese Weise wird die Erfolgsgeschichte Netphens noch lange fortgeschrieben.

Netphener Rathaus

Artikel erschienen in der Top Frühjahrsausgabe 2020

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