Projekt „57-verbinden“ – Top Blog

Text: Melanie Heider

Der von Straßen.NRW geplante Streckenzug B508/B62 von Kreuztal über Hilchenbach bis Erndtebrück ist ein anspruchsvolles Projekt mit langer Historie.
Der Abschnitt an der Kronprinzeneiche B62 wurde bereits fertiggestellt.

„Gemeinsam am bestmöglichen Lösungsweg interessiert“

Projekt „57-verbinden“: Digitale Dialogzentrale für die Region

Die von Straßen.NRW geplante Straßenbaumaßnahme von Kreuztal über Hilchenbach bis Erndtebrück ist ein anspruchsvolles Projekt mit langer Historie. Mit dem neuen Online-Portal www.57-verbinden.de und einem virtuellen Stakeholder-Workshop fiel nun der Startschuss der „Frühen Öffentlichkeitsbeteiligung“ für mehr Transparenz und Austausch hinsichtlich des Streckenzugs B508/B62. Weitere Formate für die Öffentlichkeit sind geplant.

Informieren, neue Ideen einbringen und sich über den aktuellen Stand austauschen – das sind nur einige der Aspekte, die Straßen.NRW in der „Frühen Öffentlichkeitsbeteiligung“ bei der Planung von Projekten wichtig sind. Die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Südwestfalen startete nun offiziell das Beteiligungsverfahren für den Streckenzug B508/B62, der in sechs einzelnen Teilprojekten von Kreuztal über Hilchenbach bis Erndtebrück geplant ist.


Der Streckenzug B508/B62 setzt sich aus sechs Teilprojekten zusammen, darunter vier (Teil-) Ortsumgehungen (OU) und zwei Ausbaumaßnahmen, wovon eine bereits fertig gestellt ist. Die Grafik zeigt einen möglichen Verlauf und stellt noch nicht die endgültige Variante dar.

Planungsprozess sichtbar machen

Da das Projekt durch den Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen vorgegeben ist und die Ortsumgehungen als „Vordringlicher Bedarf “ eingestuft wurden, hat der Landesbetrieb Straßenbau uneingeschränkten Planungsauftrag. Eine Ausbaumaßnahme zwischen der Kronprinzeneiche und Lützel wurde bereits fertig gestellt. Aktuell wird der Planfeststellungsbeschluss für die Südumgehung Kreuztal gemeinsam mit der Bezirksregierung Arnsberg ergänzt, sodass der Bau umgesetzt werden kann.

„Bei einem Projekt dieses Umfangs müssen wir sehr viel Sorgfalt walten lassen“, erklärt Ludger Siebert, Leiter der Regionalniederlassung Südwestfalen. „Neben unterschiedlichen Interessen, die wir berücksichtigen müssen, sind Straßenbau und -planung immer sehr komplex und reichen von umfangreichen Umweltverträglichkeitsstudien über Artenschutzprüfungen sowie Varianten- und Verkehrsuntersuchungen.“

Damit diese und alle anderen häufig im Hintergrund ablaufenden Prozesse künftig sichtbar und transparent werden, bündelt Straßen.NRW alle den Streckenzug betreffenden Informationen und Planungsstände in dem neuen Online-Portal „57-verbinden.de“ und verweist auf Möglichkeiten der weiteren Beteiligung.

Beteiligungsmöglichkeiten schaffen

„Ursprünglich war geplant, Diskus- sionsforen oder Workshops in Präsenz durchzuführen“, erzählt Straßen.NRW- Projektleiter Winfried Behle. „Da das pandemiebedingt aktuell nicht möglich ist, haben wir auf Online-Angebote umgestellt.“ Unterstützung bekommt der Landesbetrieb vom Kommunikationsbüro Zebralog, das den Dialogprozess begleitet und durchführt. Den Auftakt machte ein digitaler Stakeholder-Workshop als Videokonferenz Mitte März. Via Videokonferenz versammelten sich das Projektteam von Straßen.NRW gemeinsam mit 17 Funktionsträgern aus den Kommunen, Verbän- den, Kammern und von Bürgerinitiativen zum ersten Mal an einem digitalen Tisch.

„Das haben wir in der Form noch nie gemacht“, sagt Ludger Siebert. „Doch die Kommunikation ist uns sehr wichtig. Wir brauchen für dieses Projekt Impulse und Anregungen von außen. Der geplante Streckenzug B508/B62 von Kreuztal über Hilchenbach bis Erndtebrück ist eine Maßnahme, bei der es unterschiedliche Betroffenheiten und somit auch viel Gesprächsbedarf gibt. So etwas kann nur gemeinsam entwickelt werden“. Außerdem sollen die Stakeholder Teil an der Entstehung des Projektes haben und alle den gleichen Informationsstand erhalten, betont der Niederlassungsleiter.

„Miteinander reden statt übereinander“

„Alle verschiedenen Sichtweisen zu kennen, ist für uns von hoher Bedeutung“, weiß auch Winfried Behle. „Diese Art von Austausch brauchen wir, um daraus wichtige Erkenntnisse für unsere Arbeit abzuleiten. Denn wir sind gemeinsam am bestmöglichen Lösungsweg interessiert.“ Der Erfolg der ersten Gesprächsrunde zeigte, dass über den nun eingeschlagenen Kommunikationsweg Konsens herrscht. „Es gibt eine große Gesprächsbereitschaft und den Wunsch, einen offenen und konstruktiven Dialog miteinander zu führen“, freut sich Siebert. Weitere Veranstaltungen wie Dialogforen oder Infomessen für die Öffentlichkeit sollen im Laufe des Jahres folgen.

www.57-verbinden.de


20 JAHRE STRASSEN.NRW

Der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW) wurde 2001 gegründet. Nachdem zum Jahresbeginn 2021 die Zuständigkeit für die Autobahnen zur neu gegründeten Autobahn GmbH des Bundes wechselte, ist Straßen.NRW weiterhin für die Planung, den Bau und den Betrieb der Bundes- und Landesstraßen zuständig. Auch Kreisstraßen, Tunnel, Brückenbauwerke und Radwege werden vom Landesbetrieb betreut.

Mit acht Regionalniederlassungen engagiert sich der Landesbetrieb dafür, die Mobilität in NRW zu erhalten und täglich weiter zu verbessern. Zur Regionalniederlassung Südwestfalen mit aktuell ca. 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehören der Hauptsitz in Netphen, die Außenstelle in Hagen sowie sieben Straßenmeistereien, darunter im Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein Wilnsdorf, Kreuztal und Erndtebrück.

Für die vielfältigen Aufgaben ist Straßen. NRW mit fachlichem Spezialistentum unterwegs. Beim Verkehrswegeausbau müssen zum Beispiel umfangreiche Planungsschritte beachtet werden, und die Umsetzung beim Bau ist für jedes Projekt eine neue, individuelle Herausforderung. Auch der laufende Straßenbetrieb wird gesichert, indem beispielsweise der Winterdienst dafür sorgt, dass jeder Verkehrsteilnehmer mobil bleibt.


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