Schlusspunkt Anna Heupel

Anna Heupel

Fernweh trifft Heimatliebe

Die große Leidenschaft von Anna Heupel ist die Fotografie. Aufgewachsen ist die 30-Jährige in Rudersdorf, fotografisch ist sie auf der ganzen Welt zu Hause. Vor ihrer Linse standen nicht nur Moderatorin Rebecca Mir und Fitness-Influencerin Pamela Reif, sondern auch Outdoorequipment von Jack Wolfskin und der EQC von Mercedes-Benz. Im Interview nimmt sie uns mit in ihren Alltag als Fotografin / Digital Creator und verrät, wo sie sich am liebsten ein Feierabendbier gönnt.

Wie hat sich deine Liebe für die Fotografie entwickelt?

Als Kind durfte ich ab und zu die letzten Bilder auf einem fast vollen Film von Papas analoger Kamera verknipsen. Das waren meine ersten Berührungspunkte mit der Fotografie. Richtig los ging es dann aber erst mit der digitalen Fotografie. Ich war ständig mit dem Fahrrad unterwegs – die Digicam meiner Eltern im Gepäck – und habe Blumen oder Sonnenuntergänge fotografiert. Relativ schnell wurde dann eines meiner Bilder auf wilnsdorf.de veröffentlicht: eine Pusteblume am Rothaarsteig.

Wie bereitest du dich auf Projekte vor? Wie viel wird im Vorfeld geplant, wie viel passiert spontan?

Sowohl als auch. Wenn ich eine große Produktion beispielsweise für PUMA habe, gehört viel Planung dazu. Dann ist nicht viel Zeit, alles muss glatt laufen, jedes Bild scharf sein, die Technik muss funktionieren und dementsprechend gehört viel Organisation dazu. Deshalb ist ein großes Team mit Art Director vor Ort. Bei eigenen Produktionen, die ich häufig auf Reisen spontan für meine Kunden mache, plane ich nicht viel. Nur grobe Ideen und die Bildsprache. Das meiste entsteht spontan.

Deinen beiden Instagram-Accounts @annanassaft und @annaheupel folgen fast 200.000 Menschen. Wie erklärst du dir den großen Erfolg?

Ich habe immer gemacht, worauf ich Lust hatte. Meine Fotos geteilt. Reisen, Inspiration, Alltag. Einfach mein Leben. Ohne Plan oder Strategie. Dabei habe ich versucht mich so zu zeigen, wie ich wirklich bin. Einfach Anna Heupel. Das war am Anfang etwas merkwürdig und hat mich Überwindung gekostet. Schließlich wurde ich als Fotografin – also hinter, nicht vor der Kamera – bekannt. Irgendwann haben die Menschen angefangen, sich für mich als Person zu interessieren

Digital Creator – was genau verbindest du mit dem Begriff?

Einen kreativen, breit gefächerten und sehr zeitaufwendigen Beruf. Digitale Gestalter wie Fotografen, Videografen, Illustratoren oder Redakteure erstellen Inhalte für zielgruppengerechtes Content Marketing und Storytelling. Oft auch crossmedial. Influencer oder Digital Creator werden häufig nicht ernst genommen. Viele unterschätzen die Arbeit. Es gibt aber nicht umsonst in jedem größeren Unternehmen ganze Abteilungen, die sich ausschließlich darum kümmern. Ideen finden, Strategien entwickeln, Recherche, Redaktionspläne schreiben und den Input im Anschluss in Form von Audio, Foto, Video oder Text zu visualisieren. Das beansprucht unglaublich viel Zeit.

Welche Tipps gibst du kreativen Köpfen mit auf den Weg, die gerade erst im Bereich Fotografie starten?

Machen, machen, machen. Und nicht mit der Motivation anfangen, Erfolg zu haben oder das große Geld zu verdienen. Leidenschaft sollte bei kreativen Berufen immer im Vordergrund stehen. Ich habe jahrelang freie Projekte fotografiert, die keinen Cent eingebracht, aber dafür meine Erfahrung und mein Netzwerk erweitert haben. Viele erwarten in zu kurzer Zeit zu viel. Anfangen, weil das Herz dafür brennt – dann kommt der Rest von allein.

Du hast schon häufiger betont, wie gerne du in Siegen-Wittgenstein lebst. Warum? Was macht die Region für dich aus?

Ach, ich mag’s hier einfach. Siegen-Wittgenstein hat so viel zu bieten. Großer Pluspunkt ist die vielseitige Natur. Während viele meiner Kollegen nach Berlin oder Hamburg gezogen sind, um dort als Fotografen erfolgreich zu werden, habe ich in Siegen meine Projekte genauso verwirklichen können. Ich durfte in den letzten Jahren Kampagnen in über 40 Ländern begleiten. Trotzdem komme ich immer wieder gerne zurück in die Heimat. Zurück zu Familie und Freunden. Wie cool ist es bitte, nach einer Wanderung ein gutes, lokales Bier mit Blick aufs Krönchen zu trinken?


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